Suchthilfe in der Städteregion: 1,81 Millionen Euro und neue Strukturen für die Suchthilfe

Suchthilfe in der Städteregion : 1,81 Millionen Euro und neue Strukturen für die Suchthilfe

Die Städteregion will frühzeitig Planungssicherheit schaffen für die Suchthilfe in Altkreis und Stadt Aachen. Der Städteregionstag soll deshalb am kommenden Donnerstag, 11. April, einen entsprechenden Beschluss zur Finanzierung in den kommenden beiden Jahren fassen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, schließlich hat sich der Städteregionsausschuss einstimmig dafür ausgesprochen, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen.

Die finale Zustimmung der Politik vorausgesetzt, wird die Städteregion 2020 und 2021 jeweils Zuschüsse in einer Gesamthöhe von mehr als 1,81 Millionen Euro bereitstellen. Damit einhergehen wird eine organisatorische Umstrukturierung, die zum 1. Januar 2020 greift. Dann wird das sogenannte „Standortmodell im Suchthilfeverband Städteregion“ Realität, für das die Politik im vergangenen Herbst die Weichen gestellt hatte. Es sieht vor, dass für jeden der drei Standorte in der Städteregion in Zukunft nur noch ein Träger verantwortlich ist. In der Stadt Aachen mit seinen drei Unterstandorten Hermannstraße, Herzogstraße und Kaiserplatz ist dies bereits der Fall, weil aus der Not eine Tugend gemacht werden musste: Der Caritasverband für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land steht hier seit dem 1. Januar 2019 alleine in der Verantwortung, nachdem das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seinen Rückzug aus dem bis dato gemeinsamen Projekt erklärt hatte.

Gemischte Teams gibt es bislang noch in Alsdorf (Otto-Wels-Straße) und Eschweiler (Bergrather Straße), wo Mitarbeiter der Städteregion und des Diakonischen Werkes gemeinsam tätig sind. Zum 1. Januar 2020 wird sich das ändern. Dann soll sich die Städteregion samt ihres Personals auf die Suchtberatung in Eschweiler konzentrieren, das Diakonische Werk wiederum übernimmt die alleinige Trägerschaft in Alsdorf.

Verbinden wird die Träger und Standorte der Suchthilfeverband als gemeinsamer organisatorischer Überbau. Er soll unter der Federführung des Caritasverbandes agieren, der damit auch Dienstleister wird – zum Beispiel in Sachen IT, Qualitätsmanagement und Internetpräsentation. Hierfür ist ein jährlicher Zuschuss von rund 85.000 Euro veranschlagt, den der Städteregionstag noch bewilligen muss. Vorgesehen ist zudem, dass nach dem Auslaufen der noch bis Ende 2021 gültigen Leistungsvereinbarungen ein bis dahin zu erarbeitendes einheitliches Suchthilfekonzept in Kraft treten wird.

Was die finanziellen Rahmenbedingungen angeht, wird entsprechend der vertraglichen Laufzeiten zunächst für zwei Jahre geplant. In diesen soll die Suchtberatungsstelle Eschweiler in dann alleiniger städteregionaler Regie jährlich mit rund 510.000 Euro unterstützt werden. Darin enthalten sind 86.000 Euro zusätzliche Personalmittel. Für die Suchthilfe Alsdorf werden nur knapp 381.000 Euro pro Jahr angesetzt, obwohl die Gesamtkosten mit 784.000 Euro deutlich höher liegen als in Eschweiler (538.000). Grund dafür sind vor allem Landesmittel, die das Diakonische Werk (anders als die Städteregion) für seine Arbeit erhält.

Vergleichbares gilt auch für die Suchthilfe in Aachen, die 2020 und 2021 jeweils mit einer Förderung in Höhe von 840.000 Euro bedacht werden soll. Dem stehen nach Verwaltungsangaben Eigenmittel in Höhe von 220.000 Euro gegenüber. Der Anteil ist zum neuen Jahr um 130.000 Euro erhöht worden, zuvor hatten sich Caritasverband und Diakonisches Werk mit jeweils 45.000 Euro beteiligt. Außerdem steuert das Land laut Städteregion rund 170.000 Euro zur Finanzierung bei.

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