Heinsberg: Löschgruppe übt auf künftiger Bahnstrecke

Heinsberg: Löschgruppe übt auf künftiger Bahnstrecke

Die rund zwölf Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Lindern und Heinsberg wird derzeit reaktiviert. Im Sommer des kommenden Jahres soll sie eröffnet werden.

Derzeit wird der Erd- und Gleisbau ausgeführt, in Kürze folgt der Neubau der Bahnsteiganlagen und die Elektrifizierung. Für die Nutzer der Bahn werden zudem sogenannte Park and Ride-Anlagen gebaut.

Im Zuge der Reaktivierung ist auch das Sicherheitskonzept an und auf der Bahnanlage für die Feuerwehr zu prüfen und anzupassen. Die Freiwillige Feuerwehr Stadt Heinsberg Löschgruppe Kirchhoven hat unter der Leitung von Löschgruppenführer Hans Hubert Florack und Brandinspektor Heinrich Jopen eine erste Übung im Bereich der Gleisbaustelle umgesetzt.

In der Übungssituation geschah bei den Bauarbeiten ein Unfall, ein Baggerfahrer war in seinem Führerhaus aufgrund eines technischen Defektes im Fußbereich eingeklemmt worden. Einer seiner Kollegen ist beim Rettungsversuch unter dem Bagger verletzt liegen geblieben.

Für die Einsatzkräfte waren bei dieser Lage gleich mehrere neue Einsatzsituationen an und auf der Bahnanlage zu bewältigen. Ein wesentliches Merkmal dieser Einsatzsituation war die ungewöhnliche Höhe der verletzten Person. Ihr Sitzplatz lag in zirka 2,30 Meter Höhe über dem Gelände. Daraus ergab sich eine schwierige Einsatzsituation.

Neue Herausforderung

Die große räumliche Ausdehnung der Einsatzstelle und die notwendigen Sicherungsmaßnahmen am Fahrzeug und auf der Bahnstrecke stellten eine weitere Herausforderung für die Einsatzkräfte dar. Da die Übung, wie bei Freiwilligen Feuerwehren üblich, in den Abendstunden stattfand, musste die Einsatzstelle darüber hinaus aufwendig ausgeleuchtet werden.

Nach einer ersten Erkundung an der Einsatzstelle wurden die Rettung der Personen und die Sicherungsmaßnahmen schnell und konsequent eingeleitet.

Zur Unterstützung der vor Ort tätigen Einsatzkräfte wurden die Gruppe Information und Kommunikation (IuK), der Einsatzleitwagen (ELW 1) und die Rettungsplattform, die bei der Löschgruppe Oberbruch stationiert ist, miteingebunden.

Die eigentliche patientenorientierte technische Rettung wurde aufgrund der Erkundungsergebnisse von der Löschgruppe Kirchhoven mit hydraulischem Rettungsgerät durchgeführt. Bevor dies jedoch geschah, musste die Erstversorgung der verletzten Personen vom Rettungsdienst erfolgen.

Die Einsatzkräfte zeigten bei dieser für sie ungewohnten Lage ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Flexibilität in ihrem Handel. Die Übungsleitung war mit den gezeigten Leistungen sehr zufrieden. Allen beteiligten war nach dieser ersten Übung aber auch klar, dass die Bahnstrecke für die Rettungskräfte im Fall der Fälle eine neue große Herausforderung darstellt. Weitere Übungen dieser Art, darin waren sich alle einig, sind daher erforderlich, um auf solche Notfälle vorbereitet zu sein.

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