Kreis Heinsberg: Lions-Club leistet auch Hilfe zur Selbsthilfe

Kreis Heinsberg: Lions-Club leistet auch Hilfe zur Selbsthilfe

Lions-Freunde sind eigentlich eher scheue Wesen, wenn es um ihr soziales Engagement geht. Sie hängen ihr Tun nicht an die große Glocke. Das war jetzt beim Lions-Club Selfkant einmal anders — bei der Jubiläumsfeier anlässlich seines 50-jährigen Bestehens im Herrensitz Haus Hall in Ratheim.

Um den guten Zweck ging es dabei allerdings auch: Die 45 männlichen Mitglieder des Clubs hatten eingeladen — und 370 Gäste kamen, um sich einen langen Festabend lang zusammen mit den Lions-Freunden für einen guten Zweck zu engagieren.

Interessante Gespräche: Auf dem Heuboden des Kuhstalls interviewte Bernd Büttgens (links), stellvertretender Chefredakteur von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten den Präsidenten Peter Heinrichs (rechts) und das Gründungsmitglied Hermann Frings. Foto: Anna Petra Thomas

Schon an der Auffahrt zu Haus Hall wehten große Lions-Fahnen. Perfekt organisiert waren gleich dahinter die Parkmöglichkeiten. Von dort aus führte ein grüner Teppich die Gäste, allesamt in festlicher Abendgarderobe, durch den Torbogen auf den Hof des Gutes. Dort gab es zunächst ein Erinnerungsfoto vor einer Betonstele mit der darin ausgesparten Zahl 50.

Weiter ging es von dort in den ehemaligen Kuhstall von Haus Hall. 140 Milchkühe habe sein Vater darin gehalten, erzählte Hausherr Baron Max Spiess von Büllesheim, selbst Clubmitglied. Mittlerweile gibt ws hier keine Kühe mehr, und nicht nur der Stall, sondern auch der Heuboden darüber war festlich dekoriert für die Herren, zum Teil gar im Smoking, und die sie begleitenden Damen.

Lange Reden zur Begrüßung wurden nicht gehalten, vielmehr gab es interessante Interviews, geführt von Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur von ­Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten. Er sprach zunächst mit Peter Heinrichs, dem Präsidenten des Lions-Clubs Selfkant. Die Antwort, warum er sich für eine Mitgliedschaft bei den Lions entschieden habe, hatte dieser sehr schnell parat. „Ich habe beruflich sehr viel Glück gehabt“, erklärte Heinrichs. Er habe sich vorgenommen, davon auch etwas zurückzugeben. „Die Mitgliedschaft bei den Lions ist eine gute Gelegenheit, das zu tun.“

Im Gespräch mit Büttgens erläuterte der Präsident auch die Schwerpunkte der Arbeit des hiesigen Clubs. Dieser sehe seinen Schwerpunkt vor allem regional, so Heinrichs. Projekte vor Ort würden dabei aber vor allem strukturell angegangen, fügte er hinzu. Zum Teil würden sie dabei sogar zur Hilfe zur Selbsthilfe.

Hermann Heinemann vom Lions-Club Moers, Governor des Distrikts Rheinland-Nord, gratulierte mit einem Wimpel des Distrikts, einem Lions-Tropfen und Blumen für Präsidenten-Gattin Anja. Hermann Frings, das einzige noch lebende Gründungsmitglied vom ­Lions-Club Selfkant, wurde von Heinrichs mit einer besonderen Anstecknadel für seine bereits seit 50 Jahren währende Mitgliedschaft bei den Lions überrascht.

Letzter Gesprächspartner beim Begrüßungstalk auf der Bühne war Walter Panis, der Präsident des befreundeten Lions-Clubs Midden-Limburg. Er hatte für seine deutschen Freunde einen Scheck über 1000 Euro mitgebracht. Auch dieser fließt ein in den Erlös des Jubiläumsfestes, das den Mittags­tischen in der Region zugutekommen soll, deren Träger in Ökumene beide christlichen Kirchen sind.

Weitere Programmpunkte des Festes, die zum Erlös betrugen, waren eine amerikanische Versteigerung und eine Tombola, beide mit Preisen, die von Clubmitgliedern gespendet worden waren. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Show-Pianist Sascha Klaar und seine Band.

(anna)