Leserbriefe zum Coronavirus: Warnungen, Hilfen und Folgen

Leserbriefe zum Coronavirus : Warnungen, Hilfen und Folgen

Steigende Infektionszahlen, eine Hochzeit mit schlimmen Folgen, Maskenpflicht-Befreiung per Attest und die Angemessenheit der Schutzmaßnahmen: Das Thema Coronavirus hat erneut viele Leser beschäftigt.

Peter Huss aus Inden betont angesichts der wieder steigenden Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland:

Inzwischen wissen wir, wie wir an höhere Corona-Zahlen kommen: durch Reisen und/oder durch enges Zusammensein vieler Menschen. Mit dieser Erkenntnis liegt es in der Kompetenz unserer Politiker, die Rahmenbedingungen für die Corona-Ausbreitungszahlen zu erhöhen oder eben nicht. Mir missfällt dieses Hin und Her. Im Zusammenhang mit Corona muss man auch aufhören, über Corona und Reisefreiheit beziehungsweise über Corona und Datenschutz spitzfindig zu diskutieren: Corona ist das Problem!

Peter Cremer aus Aachen fordert als Konsequenz aus Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen bei einer Hochzeitsfeier in Hamm mit einem erneuten Corona-Ausbruch:

Nach den verheerenden Folgen einer Hochzeitsfeier in Hamm mit der Ausbreitung von Covid-19 für viele unbeteiligte Bürger, die nun unter den Beschränkungen zu leiden haben, sollte man darauf bestehen, dass die dort geschlossene Ehe zumindest für die nächsten 50 Jahre Bestand hat. Das zumindest sind die frisch Vermählten der Stadt schuldig.

Dr. Winfried Reuter aus Düren geht auf den „Seite Drei“-Text „‚Oben ohne’ per Attest“ zur Befreiung von der Maskenpflicht per Attest ein:

Keine Maskenbefreiung für Asthmatiker? Die zitierten Spezialisten für Lungenerkrankungen vertreten eine eindimensionale Position, die lediglich physikalische Messwerte berücksichtigt und die subjektive Lebenswirklichkeit Betroffener außer Acht lässt. Nach 40-jähriger ärztlicher Tätigkeit, vornehmlich als Hausarzt, sehe ich mich in der Lage, zur umstrittenen Maskenbefreiung etwas kompetenter und differenzierter Stellung zu nehmen. Im letzten Abschnitt des Artikels wird zum Glück über den Horizont der Pneumologen hinausgesehen: Posttraumatische Belastungsstörungen als Folge von Unfall- oder Gewalterfahrungen mit Erleben von Beinahe-Ersticken werden als unbestrittene Indikation zur Maskenbefreiung akzeptiert. Die zitierten Pneumologen mögen einmal den Blick von ihren Apparaten abwenden und sich die Zeit nehmen, mit ihren Patienten über deren Gefühlschaos im Asthmaanfall zu reden: Die Betroffenen erleben eine Kaskade, die oft nachts mit erschwerter Atmung beginnt, sich steigert in das Gefühl, einen Fels auf der Brust liegen zu haben und die schließlich in ein Erleben von komplettem Ausgeliefertsein und Todesangst mündet. Wenn hier keine rechtzeitige Abhilfe durch geeignete Medikamente erfolgt, kann ein sogenannter „Status asthmaticus“ mit völliger Verkrampfung der Bronchialmuskulatur entstehen, aus dem die Patienten nur mit unverzüglicher notärztlicher und intensivmedizinischer Behandlung vor dem Tod gerettet werden können. Ich denke, aus diesen Ausführungen geht hervor, dass die psychische Verletzlichkeit eines Patienten nach lebensbedrohlichem Asthmaanfall derjenigen durch Gewalterfahrungen traumatisch Belasteter gleichzusetzen ist. Beim Asthmatiker kann schon der nur leicht durch die Maske erhöhte Atemwiderstand einen sogenannten „Flashback“ mit dem Nacherleben des lebensbedrohlichen Asthmaanfalls triggern mit der Folge einer totalen psychophysischen Dekompensation.

Klaus Hilgers aus Monschau beschäftigt der „Seite Drei“-Bericht „Superspreaderin auf Kneipentour“ über eine junge Frau, die zahlreiche Menschen mit Corona angesteckt haben soll:

Bei derartiger Rücksichtslosigkeit reicht ein Bußgeld nicht aus. Die Frau hat bewusst die Gesundheit ihrer Mitmenschen grob fahrlässig in Gefahr gebracht. Meines Erachtens wäre hier eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung angebracht.

Heinz Jordans aus Inden fragt:

Was macht Covid-19 mit uns? Oder anders: Was machen wir mit Covid-19? Wie ich gelernt habe, hat es zu allen Zeiten Kampf um Lebensmöglichkeit und Ressourcen gegeben. Das gilt für uns und galt auch für unsere Ahnen in der Savanne und früher, ebenso gilt es für andere Lebewesen, zum Beispiel Bakterien oder andere Daseinsformen wie Viren (= Gift mit Erbgut). Letztere suchen etwa auch Lebensmöglichkeiten in uns. Manchmal zu unserem Nutzen (Darmflora), manchmal zu unserem Nachteil. Die für uns nützlichen Wirtssucher bemerken beziehungsweise registrieren wir in den wenigsten Fällen. Und es gab zu allen Zeiten Menschen, die dem Eindringling nichts entgegenzusetzen hatten und gestorben sind. Andere, das sind unsere Ahnen, konnten überleben, weil sie Immunität erlangten und an ihre Nachkommenschaft weitergeben konnten. Heute im Jahr 2020 sind wir technikgläubig geworden und wissen, dass es kluge Köpfe gibt, die unerwünschte, schädigende Invasoren mit Medikamenten in Schach halten oder sogar besiegen können. Wenn da – bei Covid-19 – nicht die „besonders Schlauen“ wären, die nicht begreifen, dass man (Virologen) einen Gegner kennen muss, bevor man gegen ihn vorgehen kann ... Die Ignoranten leben in den Tag hinein. Sie protestieren gegen ihren eigenen Schutz und „feiern fröhliche Urständ“. Sie haben das Gift noch nie gesehen, also gibt es keins! Und wenn sie keine Gefahr sehen, wollen böse, gierige Menschen ihnen ihre Freiheit rauben. Dann ist das alles Gerücht und Verschwörung. Oder sie vertrauen darauf, dass man ihnen schon helfen wird, wenn es sie erwischt – und das auf Kosten all derer, die sich an die vorläufigen (?) Schutzmaßnahmen halten. Mir fällt es schwer, Ignoranz und Ich-Sucht zu ertragen. Vielleicht kann mich aber jemand überzeugen, dass ich mit meinen Gedanken falsch liege?!

Josef Okroi aus Aachen mahnt:

Erinnert sei an den zweiten Golfkrieg vor 30 Jahren, da hieß das Motto „Kein Blut für Öl“. Karnevalsveranstaltungen wurden abgesagt, ist das jetzt nicht mehr möglich? Einigen Menschen dürfte das schreckliche Ereignis noch bekannt sein.

Georg Osmialowski aus Herzogenrath merkt ebenfalls zum Beitrag „‚Oben ohne’ per Attest“ an:

Das Thema „Gefälligkeitsatteste“ ist vermutlich so alt wie die Medizin. Sie gelten fast als Kavaliersdelikt, werden manchmal in der ärztlichen Fachpresse kritisch diskutiert und bekommen im Rahmen der Corona-Krise politische Relevanz. Abgesehen davon sind Atteste aus nichtmedizinischer Indikation strikt abzulehnen, weil der attestierende Arzt seinen und den Ruf der Ärzteschaft schädigt. Ein Attest zwecks Befreiung von der Maskenpflicht ohne medizinische Indikation zählt hierzu in gleichem Maße, wie wenn ein Arzt bei der Ausstellung der Todesbescheinigung für einen Patienten, der einem Krebsleiden erlegen und zufällig Covid-19-positiv ist, als Todesursache eine Covid-19-Infektion einsetzt.

Herbert Freyaldenhoven aus Aachen reagiert auf das Interview „Es gibt zu viel Angst“ mit dem Bonner Virologen Hendrik Streeck:

Hendrik Streeck hat vollkommen recht: Er ist wirklich der Leuchtturm unter den Virologen. Die Politik, besonders aber die Medien schüren seit März die Angst der Menschen in unverantwortlicher Weise. Es wird sensationalisiert und dramatisiert, einseitig und oberflächlich berichtet. Die Infiziertenzahlen allein sagen wenig aus über die Entwicklung und Gefährlichkeit des Virus. Welche Szenarien haben Merkel und Co. uns nicht schon ausgemalt? Nichts davon ist bislang eingetroffen. Das Präventionsparadoxon ist auch nur schlicht eine Behauptung. Spürbare Folgen der Corona-Maßnahmen sind eine Verarmung des kulturellen und zwischenmenschlichen Lebens, wirtschaftliche Engpässe, gesundheitliche Defizite, also die sogenannten Kollateralschäden, über die nur wenig berichtet wird. Es wurden zu viele Fehler gemacht. Jetzt wäre endlich die Zeit für einen Strategiewechsel, wie Virologe Streeck sagt. Die Regierenden müssen aufhören mit ihren Voraussagen und Androhungen und ihren Corona-Vermeidungsabsolutismus aufgeben. Die meisten Menschen handeln verantwortungsbewusst, und mit Abweichlern muss man immer leben. Strafen und Angst erzeugen waren noch nie probate Mittel für nachhaltigen Erfolg.