Leserbriefe zu Russland: Skrupel, Skripal und eine Schurkenbande

Leserbriefe zu Russland : Skrupel, Skripal und eine Schurkenbande

Vergiftungen, Annexionen, Kriege: Russland ist derzeit verwickelt in viele zwielichtige Geschäfte. Unsere Leserinnen und Leser beschäftigen sich in Ihren Briefen mit Problemen und Lösungsansätzen.

Markus und Inge Zegels aus Eschweiler reagieren auf die Leserbriefe unter dem Titel „Ziele und Spiele aus Ost und West“ zum Thema Russland:

Warum noch die Nato? Von Russland geht keine Bedrohung für uns aus. Russlands Präsident Wladimir Putin als starke Führungspersönlichkeit regiert mit klugem und kühlem Kopf. Transatlantische Freunde zählen zum Kreis derer, die ein Motiv (für Vergiftung) hätten. Putin – lupenreiner Freund und Demokrat etc. Hier einige Hinweise, die allseits bekannt sind: Michail Gorbatschow und Boris Jelzin wurden unsere Partner, seit Putin: Tschetschenien-Krieg, Einfall in Georgien, Übernahme der Krim, Beteiligung am Ukraine-Krieg, Vernichtung in Syrien mit Millionen von Flüchtlingen, Unterstützung Irans, Belarus’, Venezuelas, Nordkoreas – alles menschenfreundliche, demokratische Regime? Nachgewiesene Morde und Mordversuche an Kritikern etc. in Russland, Großbritannien, Berlin etc. Größte Militärmaschinerie (neben USA) mit über 6000 Atomsprengköpfen, die teilweise auf Westeuropa gerichtet sind, modernsten Raketen und Flugzeugen. Viele Provokationen gegenüber den baltischen Staaten, Finnland und anderen Nachbarn. Alle anfänglichen Versuche, friedlich mit der russischen Regierung zusammenzuarbeiten, wurden abgelehnt. Betrug am russischen Volk durch Milliarden-Diebstähle der sogenannten Oligarchen, Unterdrückung jeglicher Freiheit und ordentlicher Wahlen. Wir können sicherlich nicht immer stolz sein auf unsere westlichen Demokratien, die eine ganze Menge von Fehlern produzieren. Wer von den Leserbriefschreibern möchte denn in Putins Reich mit Wohlstand und Stabilität umziehen? In welche Länder wollen denn die Kriegsflüchtlinge und viele andere? Nach Russland oder China, Nordkorea, Belarus, Venezuela etc.? Fangen wir doch bitte an, etwas genauer hinzusehen und -hören. Vielleicht ändert sich dann einiges.

Manfred Peters aus Erkelenz befasst sich mit dem Kremlkritiker Alexej Nawalny:

Russland wird zum zweiten Mal verdächtigt, Gift (Nowitschok) gegen Regierungskritiker eingesetzt zu haben. Das ist vorstellbar, genauso wie der Mossad oder Nordkorea dies unter Beweis gestellt haben. Und was sind Drohnenmorde anderes, die auch noch von deutschem Boden aus gesteuert werden? Doch speziell am ersten Einsatz beim Doppelagenten Sergej Skripal gibt es für mich erhebliche Zweifel. Wie können sich zwei Personen gleichzeitig vergiften an einer Substanz, die von außen an der Haustürklinke aufgebracht wurde? Und auch noch so, dass die Personen unterschiedlicher Konstitution zur gleichen Zeit Stunden später gemeinsam ins Koma fallen (keiner der beiden hat um Hilfe nachgesucht)? Wie kann es sein, dass das Gift noch zwei Wochen später in hoher Reinheit laut OPCW an der Haustüre gefunden wird, nachdem einer der Skripals sowie Ermittler diese doch berührt haben müssen, ganz zu schweigen von den Witterungseinflüssen? Am Vortag des Anschlags hatte es sogar noch geschneit. Wie kann es sein, dass die Ersthelfer – ein 16-jähriges Mädchen, das im Januar 2019 hierfür sogar noch einen Preis bekommen hat, sowie ihre Mutter – lebenserhaltende Sofortmaßnahmen eingeleitet haben, ohne sich kontaminiert geschweige denn vergiftet zu haben? Wie kann es sein, dass ebenfalls im Januar 2019 die kompletten Dächer des Haupthauses sowie des Nebengebäudes vom Militär wegen Kontamination mit Nowitschok abgetragen werden mussten? Solange diese Fragen nicht geklärt sind, ist für mich die offizielle Version Fake, genauso wie die Begründung des Irak-Krieges, des Jugoslawien-Krieges, die Brutkastenlüge sowie die angebliche Ermordung von Arkadi Babtschenko 2018 durch Russland, der dann später wieder von den Toten auferstanden ist.

Dr. Nikolaus Schmitz aus Aachen thematisiert ebenfalls den Anschlag auf Alexej Nawalny:

Der hinterhältige Vergiftungsanschlag auf den kritischen Geist Nawalny in Sibirien und der anschließende Versuch, ihn dort hilflos und krank unter solidem Verschluss zu halten, zeigt erneut überdeutlich, dass stalinistisch geprägte postsozialistische Staatsorgane Russlands noch nichts von dem verlernt haben, was man ihren künftigen KGB-Akteuren seinerzeit beigebracht hat. Wenn es darum geht, missliebige Kritiker auszuschalten, so durch präparierte Teebecher oder heimlich applizierte Polonium-Präparate, hat „Mütterchen“ Russland keine Skrupel – auch nicht beim finalen Einsatz einer Schusswaffe in Ländern, zu denen man angeblich gute diplomatische Beziehungen unterhält. Insofern ist es überhaupt nicht „absurd“, die Drahtzieher in der obersten russischen Staatsführung zu verorten, sondern geradezu folgerichtig. Für die Schmutzarbeit hat man schließlich seine Handlanger. Putin wird jedoch den Teufel tun, kriminelle Bereiche seines Staatsgefüges gegenüber der Kanzlerin offenzulegen.

Insofern ist Bundeskanzlerin Angela Merkels Vorstoß nach alter diplomatischer Gepflogenheit zwar richtig, jedoch weitestgehend nutzlos. Was Putin natürlich ärgert, ist die Tatsache, dass man in Deutschland inzwischen weiß, welcher militärische Giftstoff hier zum Einsatz kam. Und Putin möchte aus gutem Grund nur zu gerne wissen, mit welchen wissenschaftlichen Methoden diese Deutschen das geschafft haben. Alles in allem zeigt sich, dass Putin kein vertrauenswürdiger politischer Gesprächspartner ist und noch ein weiter Weg zum „lupenreinen Demokraten“ im Sinne Schröders vor ihm liegt. Er steht da jedoch nicht allein auf der diplomatischen Bühne, wenn man an andere aktuelle Staatenlenker in Ost und West denkt. Deren Namen stehen ja ständig in Presseverlautbarungen.

Hermann-Josef Campo aus Aachen meldet sich zum Text „Debatte über Sanktionen entbrannt“ zu Wort:

Nicht erst seit dem Giftanschlag auf Kremlkritiker Nawalny ist klar, dass Russland von einer gewissenlosen Schurkenbande regiert wird. Die Liste ihrer Verbrechen ist lang: Ermordung kritischer Journalisten und Politiker, Annexion der Krim, abscheuliche Kriegsverbrechen in Syrien, Auftragsmorde und Mordversuche in Westeuropa etc. Das Terrorsystem Putin kann nicht länger „Partner“ des zivilisierten, demokratischen Europas sein. Es darf nicht mehr bei Empörung und scharfen Worten bleiben, es müssen endlich harte Maßnahmen folgen:

1. Sofortiger Baustopp von Nord­stream 2, damit der Putin-Clan von Deutschland kein zusätzliches Geld für die Finanzierung seiner Verbrechen erhält. Zudem waren viele EU-Länder schon immer gegen dieses Projekt.

2. Sperrung aller Bankkonten des Putin-Clans im Westen.

3. Kein Immobilienverkauf an russische Staatsbürger, bis die Herkunft des Geldes zweifelsfrei feststeht

Dass die Linkspartei Sanktionen ablehnt, ist wegen ihrer geistigen Sympathie zu dieser Verbrecherbande nicht verwunderlich. Dass charakterlose Wirtschaftsmanager weiter business as usual machen wollen, ist beschämend. Dass Altkanzler Gerhard Schröder den „Mafiapaten“ Putin als „Freund“ bezeichnet und sich mit ihm Arm in Arm ablichten lässt, zeigt den miesen Charakter dieses Mannes und sollte zu einem Parteiausschluss wegen SPD-schädigenden Verhaltens führen. Das Duckmäusertum westlicher Demokratien gegen immer dreister auftretende Diktatoren muss aufhören!