Leserbriefe zur Deutschen Einheit: Mit Krediten aus dem Westen künstlich am Leben gehalten

Leserbriefe zur Deutschen Einheit : Mit Krediten aus dem Westen künstlich am Leben gehalten

Anlässlich des 30. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung führte unser Autor Peter Pappert ein Interview mit dem Hamburger Historiker Thoma Großbölting. Auf dieses Interview reagieren auch unsere Leser und Leserinnen.

Gunter Schubert aus Eschweiler befasst sich mit dem Interview „Feiern, klagen, ehrlich bleiben“ zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung mit dem Historiker Thomas Großbölting:

Ich bin 1949 in Dresden geboren, habe im September 1976 die Ausreise in die BRD beantragt, der dann im Zusammenhang mit der Guillaume-Affäre stattgegeben wurde. Dem Land DDR bin ich immer oppositionell gegenübergetreten. Der Zusammenbruch hat weit vor den Ereignissen der Montagsdemonstrationen begonnen, nämlich in wirtschaftlichen Dingen, die ganz einfach begannen, sich wie eine Welle aufbauten, um dann alles wegzureißen. Als ich 1986 das erste Mal nach meiner Ausreise 1981 wieder in die DDR einreisen durfte, wurde mir der bevorstehende Zusammenbruch bewusst! Dort, wo ich vor 1981 noch in den Geschäften eingekauft habe, in schönen Altbauten aus der Gründerzeit, wehten die Gardinen aus den verlassenen Wohnungen, es sah aus, wie ich es aus meiner Kindheit kannte, mit den Ruinen der Nachkriegszeit. Ich kann mich erinnern, ich habe bitterlich geweint, es hat mich erschüttert, das zu sehen. Die DDR wurde schon damals mit Krediten aus dem Westen künstlich am Leben erhalten! Es ist nur zu spekulieren, wie es gekommen wäre, hätte es die Kredite nicht gegeben. So ist die Wende zum richtigen Zeitpunkt gekommen, und dafür sollten wir alle dankbar sein!

Norbert Collet aus Herzogenrath geht auch auf das Gespräch ein:

Ich danke Ihnen sehr für das Interview. Mit seinen Ausführungen legt er sehr neutral und objektiv die Sachverhalte dar, die die sehr erfolgreiche und friedlich verlaufene Wiedervereinigung ermöglichten. Es waren der Mut und die Tapferkeit Hunderttausender DDR-Bürger, die das verlogene, erfolglose und unterdrückende sozialistische Regime überwinden konnten. Und wir in Westdeutschland, international sehr hoch anerkannt, waren aufnahmebereit und kapitalstark genug, um die Wiedervereinigung finanziell und wirtschaftlich zu stemmen. Trotz aller Fehler, die auch gemacht wurden, ist unsere Wiedervereinigung eine Erfolgsgeschichte. Der Autor betont es besonders und widerlegt damit das Schlechtreden radikaler Kräfte wie Pegida und AfD mit ihrer „Friedlichen Revolution 2.0“. Auch die häufigen Einlassungen von Gysi und Co., die eher sehr abwertend vom „Anschluss“ reden, als den Erfolg anzuerkennen.