Kreis Heinsberg: Landrat Pusch: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“

Kreis Heinsberg: Landrat Pusch: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“

„Wir brauchen uns als Kreis Heinsberg nicht zu verstecken. Wir können als Bewohner des westlichsten Kreises Deutschlands durchaus stolz auf unsere Entwicklung sein." Dies sagte Landrat Stephan Pusch nach seiner erneuten Amtseinführung und Vereidigung in der konstituierenden Sitzung des Kreistages.

Pusch weiter: "Auch wenn bundesweit der Trend zurzeit wieder Richtung Großstadt zeigt, so ist der ländliche Raum — und zu dem gehören wir nun mal — nach wie vor ein attraktiver Standort. Sowohl als Wohnort, als Lebensmittelpunkt, aber auch als Arbeitsplatz und Wirtschaftsstandort. Und — nicht zu vergessen — auch als touristisches Ziel. Es ist lohnend und motivierend, sich für diese unsere Heimatregion mit aller Kraft einzusetzen. Lassen Sie uns dies gemeinsam in diesem Kreistag angehen.“

„Auch in der kommenden Wahlperiode werden wichtige Aufgaben auf uns zukommen“, blickte der Landrat voraus. „Nach wie vor wird uns die finanzielle Situation beschäftigen. Bei allem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Geld, das uns die Bürgerinnen und Bürger für unsere Arbeit zur Verfügung stellen, bei allen notwendigen und sinnvollen Zukunftsinvestitionen müssen wir abwarten, wie sich die finanziellen Spielräume entwickeln werden.“ Die Erfahrung der letzten Jahre habe gezeigt, dass es in Zeiten knapper Kassen eine denkbar schlechte Alternative sei, die Kommunen die Hauptlast tragen zu lassen.

Pusch sagte, er hoffe nach wie vor auf entsprechende Weichenstellungen durch Bund und Land, was den kommunalen Finanzausgleich angehe. So hoffe er für diese Wahlperiode auf Veränderungen, „damit die Kommunen handlungsfähig bleiben“. Dass der Kreis verantwortungsvoll mit den öffentlichen Geldern umgehen könne, beweise er seit vielen Jahren.

So wie es jetzt aussieht, werde die Bundesstraße 56 n (Fortführung der Autobahn 46 in Richtung Niederlande) in dieser (sechsjährigen)Wahlperiode fertiggestellt. „Dieser infrastrukturelle Meilenstein wird uns als Kreis in vielerlei Hinsicht fordern“, so Pusch. Sinnvolle Anbindungen an die neue Straße seien zu schaffen und Verkehrsströme zu lenken.

Gleichzeitig werde die Strukturverbesserung die Entwicklungschancen vor allem der westlichen Städte und Gemeinden noch einmal verbessern. „Somit sind wir auch gefordert, uns in Sachen Wirtschaftsförderung, Arbeitsmarkt und Ausbildung weiterhin ins Zeug zu legen.“ Der Landrat sprach sowohl die Themen Inklusion als auch demografischer Wandel an.

Und schließlich ist mit Blick auf die Strukturpolitik nach Ansicht des Landrates auch das Thema Energie- und Umweltpolitik nicht zu vernachlässigen. „Im Osten droht die Braunkohle mit all ihren Folgen, im Westen geistert seit Kurzem das Wort ,Fracking‘ herum. Auch hier tragen wir als Kreistag eine große Verantwortung für unsere Heimatregion.“

(disch)