Kreis Heinsberg: Kunsttour: Wil Albertz freut sich auf die Gäste

Kreis Heinsberg: Kunsttour: Wil Albertz freut sich auf die Gäste

Einmal im Jahr können sich Kunstinteressierte - Experten wie Laien - auf die Reise begeben und den hiesigen Kunstschaffenden über die Schulter schauen - in diesem Jahr bereits zum neunten Mal.

Der Bildhauer und Fotograf Wil Albertz ist von Anfang an bei der Kunsttour dabei und freut sich schon darauf, wenn sich am 2.Mai wieder interessierte Gäste die Klinke in die Hand geben. „Ich bin der Meinung, ein Künstler muss sich auch vor Ort präsentieren”, sagt der gebürtige Mönchengladbacher. „Die Menschen sollen sehen, was ich mache.”

Er spricht gerne über seine Arbeit, er erklärt und zeigt, gewährt interessante Einblicke. Bei der Kunsttour herrsche in seinem Haus „ein ständiges Kommen und Gehen”, betont er. „Man kommt kaum aufs Klo.” Viel zu gerne steht er Rede und Antwort, denn die meisten Besucher sind wirklich interessiert und neugierig.

Seine Skulpturen aus Terrakotta können aber auch neugierig machen und erschließen aus jeder Perspektive neue Eindrücke. „Sie ziehen das Auge des Betrachters in die Gestaltung hinein”, beschreibt er das, was bei einer genauen Betrachtung seiner Arbeiten passiert. Denn Albertz Skulpturen haben ein ausgeprägtes Innenleben, das es zu erforschen gilt. Sie wirken verspielt, wie Wolkengebilde, die in ihrer Form für einen Moment festgehalten werden.

„Die Skulpturen ergründen die Spannweite des Raums und bilden ein geeignetes Podium für die gestaltende Kraft des Lichts”, zitiert er gerne Kunstkenner, die seine Arbeit schätzen. „Sie sind in der Lage, über ihr Sein hinaus etwas auszulösen und die Fantasie des Betrachters anzuregen.” Die belebte Oberfläche mit Spuren der Entstehung seien wahre „Lichtfänger”, erklärt der Künstler frei nach Heinz Mack.

Dabei sind Albertz Arbeiten keine Grenzen gesetzt - außer durch den Brennofen. Der erlaubt nämlich nur Arbeiten in einer Breite von 65 Zentimetern und einer Höhe von 70 Zentimetern. Doch auch ihn weiß Albertz auszutricksen, indem er einige seiner Skulpturen jeweils halb brennt und die Hälften dann zusammensetzt.

Neben der Bildhauerei ist die Fotografie ein weiteres Schaffensfeld des 59-Jährigen. Auch bei seinen Fotoarbeiten legt er den Fokus auf Strukturen und Details von oberflächlich ganz alltäglichen Gegenständen, was dem Betrachter völlig neue Einblicke gewährt.

Aktuell stellt Wil Albertz gerade im Göhltalmuseum im belgischen Kelmis an der Maxstraße Skulpturen und Fotoarbeiten aus. Die Ausstellung mit dem Titel „Poesie und Konstruktion” ist noch bis zum 23. Mai zu sehen. Zur Kunsttour am 2. Mai lädt er in sein Haus und Atelier in Wegberg-Rickelrath an der Schwaamer Straße 20 ein.