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Essen: ZZ Top: Minimalismus pur in ausverkaufter Halle

Essen : ZZ Top: Minimalismus pur in ausverkaufter Halle

Der Bart ist bei ZZ Top wirklich noch nicht ab.

Natürlich gilt dies zunächst einmal rein physikalisch für den Haarwuchs von Billy Gibbons (Gitarre) und Dusty Hill (Bass), deren langsam erweißende Mähnen ab und an drohen, sich in den Saiten zu verheddern. Doch dies trifft mehr als 30 Jahre nach der Gründung der Band auch noch immer auf ihr musikalisches Können zu.

Den Beweis trat die „little ol band from Texas” am Wochenende in der ausverkauften Essener Grugahalle beim einzigen NRW-Konzert ihrer Europa-Tournee an - auch wenn der etatmäßige Schlagzeuger Frank Beard wegen Krankheit passen musste.

Schnell ist klar, was das Publikum nach dem einstündigen Auftritt der Bluesrock-Legende Gary Moore erwarten darf - das Trio setzt in seiner Musik das um, was die drei mannshohen Kakteen auf der Bühne andeuten: Sie ist karg, wüst, ursprünglich.

An ihren Stacheln bleibt man hängen. Vor allem an den zum Teil schnoddrigen Soli vom bestens aufgelegten Gibbons, auf die die Songs hinauslaufen, für die so manches Stück scheinbar nur arrangiert ist. Dazu lassen sie Bass und Schlagzeug rollen. Ohne Bombast, ohne Pomp.

Die mit dunklen Sonnenbrillen und mit Pailletten bestückten Jacken ausstaffierten Texaner belassen es bei vagen Andeutungen von Bühnenshow.

Minimalismus pur, der die Kraft ihres strammen Bluesrock-Sounds unterstreicht. Dabei holen sie in ihrem Greatest-Hits-Programm bis zu ihren Anfängen zu Beginn der 70er Jahre aus, um ihre aktuelleren Werke - glücklicherweise - fast gänzlich auszulassen.

Das Publikum freut sich über das Wiedersehen mit wirklich alten Bekannten, dankt und feiert euphorisch Note für Note.