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Aachen: „Zwischenrufer” ist Walter Jens

Aachen : „Zwischenrufer” ist Walter Jens

„Das Neujahrskonzert soll kein normales Konzert sein, die Zuhörer sollen sich als Teil eines wichtigen Ereignisses erleben”, gab Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden jetzt einen Ausblick auf die bereits dritte Veranstaltung dieser Art in Folge.

In Verbindung mit dem „Aachener Zwischenruf” will das Theater Aachen eine außergewöhnliche Konzertreihe etablieren, die klassischen Kunstgenuss mit aktuellen politischen Themen verknüpft.

Als prominenten „Zwischenrufer” konnte der Musentempel den Tübinger Rhetorikprofessor und Publizisten, Kritiker und Essayisten Walter Jens gewinnen. „Dieser herausragende Kopf fasziniert viele Menschen und ruft Provokationen aus der Vergangenheit auf”, äußerte sich Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch gespannt.

„Von ihm den Spiegel vorgehalten zu bekommen, ist nicht immer einfach.” Der nach eigener Aussage „bekennende Moralist” Jens hatte sich immer wieder aktiv in die gesellschaftliche und politische Debatte eingemischt.

Für das musikalische Programm hat Bosch die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven ausgewählt. Derzeit als Europahymne in aller Ohren, thematisiert der Chor „Alle Menschen werden Brüder” die Gesamtaussage des sinfonischen Alterswerkes. Nachdem die erweiterte EU am Tag zuvor ihr erstes gemeinsames Silvester gefeiert hat, lässt Jens Wortbeitrag interessante Denkanstöße erwarten.

Im Anschluss an das Konzert lädt der Oberbürgermeister zu einem Festempfang mit dem Gastredner. Gesponsert vom Business-Club Aachen-Maastricht, sollen hier Akteure, Theater und Besucher in Kontakt und Austausch kommen.

„Nicht hier die Kunst und da das Publikum”, formulierte Bosch sein Verständnis vom öffentlichen Auftrag des Theaters. „Wesentliches Antriebsmoment meiner Arbeit ist die Idee, mitten unter die Menschen zu gehen und sie mit unseren Veranstaltungsangeboten anzusprechen.”

Linden sagte auch für die Zukunft tatkräftige Unterstützung zu. Mit dem hochkarätig besetzten Neujahrskonzert will man für Aachen eine „Tradition begründen”, die „Theater und Musik als unverzichtbaren Bestandteil der Gesamtgesellschaft” in das städtische Leben integriert.

Um vermehrt „Fans, Freunde und Liebhaber” zu gewinnen, sind die Redebeiträge und der festliche Rahmen genauso Teil der Gesamtkonzeption wie die bewusste Entscheidung für das Eurogress als Veranstaltungsort.

Das Konzert beginnt am 1. Januar um 18 Uhr. Es gibt noch ein Restkontingent der 1300 Karten, 0241/5101175 und 5101192.