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Lüttich: Zwiespältige Regiearbeit

Lüttich : Zwiespältige Regiearbeit

Eine Inszenierung von Wagners „Ring” Tetralogie ist auch für eine größere Bühne als sie die Opéra Royal de Wallonie in Lüttich darstellt, eine Herausforderung.

Man stellte sich ihr mit bemerkenswerter Initiative und unterschiedlichem Gelingen, wie die Aufführung der „Walküre” zeigte. Da der Orchestergraben das große „Ring”-Orchester nicht fassen kann, nutzte man die volle Bühnentiefe für den hochgefahrenen Klangkörper, während der ter als schmale Spielfläche diente.

Das mythische Geschehen um das Geschwister-Liebespaar und den korrupten Gott Wotan spielte sich hautnah vor dem Auditorium ab, was Jean-Louis Grindas konventionell-„germanische” Regie gelegentlich in die Nähe der Komik brachte.

Vor allem aber machte es Wagners geniale Klangdramaturgie, die auf eine Vereinigung von Stimmen und klangflutend kommentierendem Orchester hinzielt, zunichte. Sie zerfiel in zwei getrennte Ebenen: hier die direkt über die Rampe zumeist lautstark singenden Darsteller, dort im Hintergrund ein unter Leitung des bewährten Friedrich Player sauber und engagiert musizierendes Orchester, dessen Klang, von einigen Blecheruptionen abgesehen, so relativ matt bleibt, selbst an die exponierten Stellen wie der Unwettermusik, zu Beginn oder dem berühmten Orchestercoup des Feuerzauber am Schluss.

Je besser die Sänger sind, um so deutlicher fallen die beiden Ebenen auseinander. Und die in Lüttich aufgebotenen Sänger waren samt und Sonders hervorragend. Dennoch: am Ende viel Beifall.

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