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Aachen: Zeuge: Lutz Drach war der Kontaktmann

Aachen : Zeuge: Lutz Drach war der Kontaktmann

Im Prozess gegen Lutz Drach um gewaschene Reemtsma-Millionen hat am Donnerstag in Aachen ein ehemaliger Geld-Kurier ausgesagt. Er bestätigte, dass der jüngere Bruder von Reemtsma-Entführer Thomas Drach bei drei Geld-Transfers sein Kontaktmann war.

Drach habe ihm zwei Mal 3 Millionen Schweizer Franken in Erftstadt übergeben und in Madrid entgegengenommen. Nachdem das Geld wieder in Aachen war, habe ihm Lutz Drach den Auftrag für den Weitertransport erteilt.

Lutz Drach soll 6 Millionen Schweizer Franken (3,9 Mio. Euro) Lösegeld gewaschen haben. Vom Großteil der umgerechnet 15 Millionen Euro Lösegeld aus der Entführung des Hamburger Millionärs Jan Philipp Reemtsma 1996 fehlt jede Spur.

Der Kurier, ein ehemaliger Physiotherapeut, traf Lutz Drach nach eigenen Angaben zum ersten Mal im Frühjahr 2000 in seiner Aachener Praxis. Der Kontakt war über einen Freund in Belgien zustande gekommen. Bei dem Treffen hätten sie über die geplanten Geld-Transfers nach Madrid gesprochen.

Gleiches Procedere

Niemand habe ihm gesagt, woher das Geld stammte. „Auf der Fahrt
nach Spanien kam mir der Gedanke, dass es sich um einen Teil des
Lösegeldes handeln kann”, sagte der 36-jährige Hauptzeuge in dem
Verfahren, der vor wenigen Wochen aus der Haft entlassen worden war.
Die zweite Kurierfahrt sei zwei Wochen später nach dem gleichen
Procedere abgelaufen: Lutz Drach habe ihm in Erftstadt das Geld
gegeben und es in Madrid übernommen.

Nur wenige Wochen später habe der Kurier die gesamten sechs Millionen Schweizer Franken wieder abgeholt und vorübergehend in seinem Keller eingemauert. Im Oktober habe ihm Lutz Drach die Order gegeben, das Geld einem Mittelsmann in Lüttich zu geben, der es wieder nach Spanien bringen sollte.