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Brunssum: Wird Nickys Mörder doch noch gefasst?

Brunssum : Wird Nickys Mörder doch noch gefasst?

Wird fast sechs Jahre nach dem Mord an dem elfjährigen Nicky Verstappen in der Brunssumerheide der Täter doch noch gefasst? Jedenfalls sieht die deutsche Polizei Parallelen zu drei Kindermorden in Deutschland zwischen 1992 und 2001 und einem aktuellen Vermisstenfall in Frankreich. Alle Fälle werden jetzt wieder neu aufgerollt.

Die Chronolgie: Am 31. März 1992 verschwindet der 13-jährige Stefan Jahr aus Hamburg aus einem Internat im Kreis Rotenburg. Zurück bleibt ein Schlafanzug. Anfang Mai wird Stefan getötet und gefesselt in den Verdener Dünen vergraben aufgefunden.

Am 24. Juli 1995 verschwindet der achtjährige Dennis Rostel aus einem Ferienzeltlager bei Schleswig. Zwei Wochen später wird er ermordet aufgefunden, in einer Düne bei Skive/Holstebro in Dä-nemark vergraben.

Kapitaldelikt

Am Morgen des 10. August 1998 verschwindet der elfjährige Nicky Verstappen aus einem Zeltlager bei Brunssum. Um 5.30 Uhr wird er zuletzt von einem Kind gesehen. Eine halbe Stunde später ist er spurlos verschwunden. Am nächsten Tag wird er einen Kilometer entfernt in einer Fichtenschonung tot aufgefunden. Die Todesursache wird nicht eindeutig festgestellt. Die Gesamtsituation spricht jedoch für ein Kapitaldelikt.

Jetzt wird in St. Brevin les Pins nahe St. Nazaire an der französischen Atlantikküste der elfjährige Schüler Jonathan vermisst - verschwunden aus einem Schullandheim und bei widrigem Wetter nur mit einem Schlafanzug bekleidet.

Auffällige Parallelen

Die deutsche Sonderkommission „Dennis” und die französische Soko „Disparition 44” arbeiten wegen der auffälligen Parallelen eng zusammen. Detlev Kaldinski von der niedersächsischen Polizei: „Man kann nicht hundertprozentig davon ausgehen, dass es sich um den gleichen Täter handelt. Aber er ist jedes Mal in einen geschützten Bereich eingedrungen, die Opfer gehören der gleichen Altersgruppe an.”

Und die Beschreibungen aus bisher 2500 Spuren der Soko „Dennis”, die auch eine Reihe von sexuellen Missbräuchen in Schullandheimen, Jugendherbergen und Zeltlagern untersucht, weisen immer auf einen auffallend großen Mann (1,80 bis zwei Meter) hin, der akzentfrei hochdeutsch spricht. Bei den Taten war er dunkel gekleidet und maskiert. Laut Täterprofil spricht viel dafür, dass er allein lebt, aber Erfahrung im Umgang mit Kindern hat. Die Sonderkommission geht davon aus, dass er homosexuell ist.