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Bochum: Wirbel um Pop-Band bei Ruhrtriennale: Aus- und wieder eingeladen

Bochum : Wirbel um Pop-Band bei Ruhrtriennale: Aus- und wieder eingeladen

Ein Streit um die Einladung der israelkritischen Band Young Fathers belastet die diesjährige Ruhrtriennale. Die neue Intendantin Stefanie Carp hatte die schottische Pop-Band zuerst aus- und dann wieder eingeladen.

NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) erklärte am Donnerstag in Düsseldorf, sie bedauere die erneute Einladung. Die Gruppe habe in den vergangenen Tagen durch ihre Teilnahme an der BDS- Kampagne gegen die Ruhrtriennale gezeigt, dass sie offenkundig diese Bewegung unterstütze. Die BDS-Bewegung setzt sich für Sanktionen und einen Boykott Israels wegen der Palästinenserpolitik ein.

Das Festival dauert vom 9. August bis zum 23. September. Die Gruppe soll am 18. August in der Turbinenhalle in Bochum auftreten.

Über ihren Sinneswandel erklärte Carp am Donnerstag: „Die Young Fathers haben in vielen Interviews glaubhaft gemacht, dass sie Antisemitismus in jeder Form ablehnen”. Die Haltung der Band zum BDS teile sie nicht, erklärte Carp. Wegen der Ausladung hatte es Boykottaufrufe gegen die Ruhrtriennale gegeben.

Pfeiffer-Poensgen sagte, es sei nicht auszuschließen, dass die BDS-Kampagne durch die Entscheidung eine Plattform auf der Ruhrtriennale erhalte. „Dies ist in Zeiten zunehmender antisemitischer Straftaten und anderer Vorfälle, leider auch in Nordrhein-Westfalen, ein falsches Signal”, erklärte die Ministerin.

Das Jahresbudget des renommierten Festivals, das die monumentalen Industriedenkmale im Ruhrgebiet bespielt, beträgt etwa 15 Millionen Euro. Hauptgeldgeber ist das Land Nordrhein-Westfalen, Unterstützung kommt auch vom Regionalverband Ruhr und Sponsoren.

(dpa)