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Aachen: Wie ein Flirt: Die Bewerbung ist Sekundensache

Aachen : Wie ein Flirt: Die Bewerbung ist Sekundensache

Es braucht nicht viele Worte, um eine Chance zu vertun. „Sehr geehrte Damen und Herren! Hiermit beziehe ich mich auf die o.g. Stellenanzeige und übersende Ihnen meine Bewerbungsunterlagen.” Schon an dieser Stelle wäre wohl jeder Personalchef ausgestiegen.

Man muss sich nur einmal in seine Rolle versetzen: Bis zu tausend Bewerbungen für eine einzige Stelle landen auf seinem Tisch. Wie soll er ausgerechnet Sie entdecken, wenn Sie nur das schreiben, was die anderen auch schon formuliert haben?

Auffallen ist hier alles. Aber wie verkauft man sich, ohne peinlich oder aufdringlich zu wirken? Grundsätzlich gilt: Orientieren Sie sich daran, wie die jeweilige Firma sich nach außen präsentiert.

Trotzdem gibt es Regeln, wie eine Bewerbung aussehen sollte. Sie braucht ein Anschreiben, einen Lebenslauf mit Foto, Arbeits- und Ausbildungszeugnisse sowie eine Anlage, die Ihre Persönlichkeit ausdrückt, etwa die so genannte Dritte Seite. Personalverantwortliche beklagen immer wieder, dass die meisten Bewerbungen nichts über die Persönlichkeit ihres Absenders verraten.

Aber eigentlich fängt es schon viel früher an. Denn eine Bewerbung ist wie ein Flirt. Die ersten zehn Sekunden entscheiden. Und wie beim Flirten entscheidet zuerst das Aussehen. Eine gute Bewerbung besticht mit ihrer ästhetischen Gesamterscheinung. Scheinbar nebensächliche Bestandteile wie Papiersorte und Druckqualität können entscheidend sein.

Wenigstens 80 Gramm sollte das unlinierte, weiße Papier schon haben, und Laserdruck ist inzwischen Standard. Flecken und Eselsohren sind tabu. Auf Schnellhefter, Klemmmappen und Klarsichthüllen sollte man verzichten. Heute stehen edlere Varianten zur Verfügung. Ob Thermo- und Spiralbindesysteme, spezielle Kartons oder Plastikmappen ist dabei Geschmacksache - Hauptsache, Sie verzichten auf grelle Farben, Muster und andere Spielereien.

Regeln für den Inhalt

Für den Inhalt gilt erstens: Rechtschreibung und Zeichensetzung müssen einwandfrei sein. Zweitens: Das Konzept der Bewerbung sollte auf einen Blick erkennbar und klar formuliert sein; dem Anschreiben, das nicht eingeheftet wird, folgen der Reihe nach Inhaltsverzeichnis, Lebenslauf, Dritte Seite und - chronologisch sortiert - Kopien der Zeugnisse. Besonderen Wert legen Personalchefs auf das Foto. Der Weg zum Profi-Fotografen lohnt sich. Schnappschüsse und Automatenfotos sind verboten.

Das klingt vielleicht alles selbstverständlich, aber genau damit fallen Sie bereits positiv auf. Wenn es Ihnen jetzt noch gelingt, Ihren zukünftigen Arbeitgeber neugierig zu machen, ist Ihnen die Einladung zum Vorstellungsgespräch so gut wie sicher. Seien Sie Ihr eigener Werbemanager. Jeder hat oder kann etwas, das ihn besonders auszeichnet. Das kann eine ungewöhnliche Fremdsprache sein, oder Ihre Fähigkeit, jeden Streit zu schlichten. Erklären Sie in Ihrer Bewerbung, warum die Firma gerade dieses Talent braucht.