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Würselen: Westspitzen-Festival furios gestartet

Würselen : Westspitzen-Festival furios gestartet

Einen furiosen Auftakt feierte die dritte Auflage des Westspitzen-Festivals jetzt in Würselen.

Den von der Aachener Zeitung präsentierten Reigen, der in sieben Städten der Region jeweils vier Verteter einer Kleinkunstsparte im Wettbewerb um die Gunst des Publikums „künstlern” lässt, eröffnete im ausverkauften Alten Rathaus die Abteilung „a cappella”.

Den Anfang machten Rock 4, vier mehrfach preisgekrönte Gesangs-virtuosen aus Maastricht. Ihre Perfektion und Frische überzeugten. Die Pop- und Rock-Cover - von Alanis Morissette über The Police bis Genesis - begeisterten die Zuhörer dank außergewöhnlicher Arrangements.

Es folgten Camerata aus dem weißrussischen Minsk. Vier Frauen, drei Männer, ein unheimlich dichter Klangteppich. Ob russische Weisen oder sphärische Eigenkompositionen, das Septett riss mit. Für einen Sound, den Weltstars wie Enya wohl mit einer ganzen Armada von Synthesizern basteln, greifen sie bloß zum Mikro. Wellen rauschten, Vögel zwitscherten, Winde pfiffen, das Publikum tobte - eine brillante Vorstellung.

Weiter gings mit einem Quartett aus Weimar. Yellow and Green betonen die Leichtigkeit ihrer Kunst. Klang manche Eigenkomposition eher angestrengt komisch, so machte ihr spielerischer Umgang mit Fremdem umso mehr Spaß. Noch mehr Spaß, und zwar der aberwitzigsten Sorte, präsentierten letztlich die „U-Bahn Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern”. Langer Name, kurzer Sinn: kompletter Irrsinn.

Rasant gings von Kantate zu Kinderlied, von Nena zu Maja, vom Wilden Westen in die Alpen. Schrill kostümierte, vor verrückten Ideen schier übersprudelnde Trash-Comedy mit blitzsauberen Stimmen. Keine Frage für Publikum und Fachjury, das war spitze, der Sieg war ihrer. Sie sind dabei, beim spartenübergreifenden Finale am 15. November in Alsdorf.