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Stolberg: Weimarer Verhältnisse im Stolberger Stadtrat

Stolberg : Weimarer Verhältnisse im Stolberger Stadtrat

Optimisten sprechen von einer spannenden gelebten Demokratie, Pessimisten von einer unregierbaren Stadt: Fakt ist, dass es selbst neun Monate nach der Kommunalwahl im Stolberger Stadtrat keine stabile Mehrheit gibt.

Dieser Umstand gipfelte auf der jüngsten Sitzung des Parlamentes an der Vicht darin, dass weder einer der drei Haushaltsentwürfe noch das Haushaltssicherungskonzept, geschweige denn die Neuausschreibung der Abfallentsorgung noch neue Kanalgebühren beschlossen werden konnten.

Der Wähler hatte im September für Weimarer Verhältnisse im Kupferstädter Rat gesorgt: Ein DVU- und zwei NPD-Mitglieder schlossen sich zu einer Fraktion zusammen, ein Vertreter der Alternativen Bürgerliste (ABS) paktiert mit den drei grünen Ratsdamen, zwei Unabhängige Wähler und vier Liberale komplettieren die Kleinteiligkeit. Hinzu kommen 19 CDU-Ratsmitglieder und 18 der SPD, die mit Ferdi Gatzweiler auch den im zweiten Wahlgang erfolgreichen Bürgermeister stellt. Das macht unter dem Additionsstrich 51 und theoretische Mehrheiten.