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Weihnachten: Ein Fest der Außenwirkung

Weihnachten: Ein Fest der Außenwirkung

Aachen (an-o) - Bunte Lichterketten und Plastikweihnachtsmänner - fällt auch das Fest der Feste der Amerikanisierung anheim? Nein, meint der Landschaftsverband Rheinland (LVR), Weihnachten werde vielmehr regionalisiert.

Die Alltagsforscher im Bonner Amt für rheinische Landeskunde im LVR haben die Feiergewohnheiten im Rheinland unter die Lupe genommen. Heilige Nacht ja - aber stille Nacht? Viele Menschen präsentieren ihre Weihnachtsgefühle der Öffentlichkeit, haben die Wissenschaftler herausgefunden: "War Weihnachten früher mehr ein Fest der Verinnerlichung und Einkehr, so geht der Trend jetzt klar nach außen, in die Äußerung und Außenwirkung."

Aber das bedeute nicht, so der LVR, dass das Fest amerikanisiert werde. Vielmehr sei Weihnachten inzwischen ein Teil der rheinischen Jahresbräuche geworden - statt Heiliger Nacht also "Hillije Naach". Als Beleg führen die Forscher die zahlreichen Advents-Veranstaltungen mit Stars der Mundartmusikszene an. Ein rheinisches Weihnachtsfest vermittele ein Gefühl der Vertrautheit und Sicherheit in einer unübersichtlichen, anonymen Welt. Der Begriff "Fröhliche Weihnachten" sei dabei wörtlich zu nehmen, mitunter gebe es "Szenen wie beim Karneval".