1. Kultur

Aachen: „Wege des Wassers” ohne Grenzen

Aachen : „Wege des Wassers” ohne Grenzen

Wasser bedeutet Leben, bedeutete in der Vergangenheit vor allem Handel und Austausch, aber auch Nahrung und Energie. Dies beweisen die vielen Städte und Dörfer an Flüssen oder Bächen.

Dennoch werden Fließgewässer bis heute vor allem als „linienhafte” Elemente in einer durch Grenzen geteilten Landschaft wahrgenommen. Das soll sich ändern. Nach Vorgaben des Europäischen-Rates in der „Europäischen Wasserrahmenrichtlinie” aus dem Jahr 2000 sollen in Zukunft alle Einflussfaktoren der Fließgewässer „ganzheitlich” betrachtet und der Blick auf Einzugsgebiete ausgedehnt werden.

Das Projekt „Wege des Wassers”, gefördert unter anderem von der EU und dem Land NRW, will die Rahmenbedingungen und Konsequenzen dieser neuen Sicht auf die Flüsse und Bäche der Euregio, also auch grenzüberschreitend untersuchen. Wie beeinflussen Klima, Geologie, Relief und Landnutzung die Gewässer? Weiche Auswirkungen haben die spezifischen kulturellen und historischen Bedingungen der beteiligten Regionen auf die Flüsse und Bäche? Sind die regionalen Unterschiede messbar? Wie sind diese Effekte im Hinblick auf das zukünftige Entwicklungspotential der Gewässer zu bewerten?

Erste Ergebnisse

Das Geographische Institut der RWTH Aachen hat eine in ihrer Konstellation einzigartige Mannschaft von Wissenschaftlern (Universitäten Aachen, Lüttich, Amsterdam) und Wassermanagern (Staatliches Umweltamt Aachen, Wasserverband Eifel Rur, Rijkswaterstaat Limburg, Waterschap Roer en Overmaas) für dieses Projekt gewinnen können. Erste Ergebnisse liegen vor: Es zeigt sich, dass neben den zahlreichen natürlichen Faktoren, die auf die Gewässer wirken, auch die kulturellen und historischen Rahmenbedingungen in den drei Partnerländern einen messbaren Einfluss auf die Qualität der Oberflächengewässer haben.

Eine interessante Spur verfolgt die Projektgruppe auch in den Sedimenten, die sich entlang der Flüsse über Jahrhunderte und Jahrtausende angehäuft haben. Sie sind ein Spiegel der Geschichte unserer Region, die Schicht für Schicht rekonstruiert wird: Von der letzten Eiszeit über die Phase der Montanindustrie bis zum Übergang in eine postindustrielle Zukunft Europas.