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Aachen: Wegbereiter des neuen Sehens

Aachen : Wegbereiter des neuen Sehens

Seit zehn Jahren stellt das Suermondt-Ludwig-Museum regelmäßig Ausstellungen aus dem Bereich der Fotografie zusammen.

„Jetzt zeigen wir mit Arbeiten von Alexander Rodtschenko den Wegbereiter des neuen Sehens”, erklärt Sylvia Böhmer, die die Ausstellung der Russischen Avantgarde aus den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts konzipiert hat.

Neben Rodtschenko, dem wohl bekanntesten russischen Künstler dieser Zeit, sind im Studio des Museums auch Werke seiner Zeitgenossen Boris Ignatowitsch, Georgij Petrussow, Iwan Schagin, Arkadi Schaichet und Georgij Zelma zu sehen.

Aus insgesamt 120 Rodtschenko-Fotografien und 70 Werken der anderen Künstler, die im Archiv des Museums Ludwig in Köln lagern, wählte Böhmer ganz exemplarische Bilder aus, die kennzeichnend sind für die richtungsweisenden Impulse der russischen Avantgarde: „Sie entwickelten völlig neue Gestaltungselemente, die weit über Russland hinaus wirkten”, sagt Böhmer.

Rodtschenko revolutionierte bereits 1924 die Porträt-Fotografie, in dem er damals noch mit einer Plattenkamera ganz nah an seine Modelle heran ging und extreme Ausschnitte wählte.

Mit der Entwicklung der handlichen Leica eröffneten sich Rodtschenko und auch seinen weniger bekannten russischen Kollegen ganz neue Perspektiven: Extreme Vogel- oder Froschperspektiven, bis in die Diagonale gekippte Achsen, Schatten als Gestaltungselement.