Vorzeitmensch trifft Wolf: „Alpha“ bleibt vorhersehbar

Vorzeitmensch trifft Wolf: „Alpha“ bleibt vorhersehbar

20.000 Jahre vor unserer Zeit: Die Welt sieht roh, feindselig und unbewohnt aus. Nur vereinzelt gibt es Menschen, etwa den kleinen Stamm, dem der junge Häuptlingssohn Keda (Kodi Smit-McPhee) angehört, der sich zwischen den harten Sitten seiner Vorfahren und seiner Tierliebe nicht entscheiden kann.

Nun soll er mit den Männern seines Stammes auf seine erste Bison-Jagd. Die ist allerdings nicht so ganz sein Ding; Koda stürzt einen Abhang hinunter und wird vermeintlich tot zurückgelassen. Ist er aber nicht. Verwundet, aber in seinem Lebenswillen ungebrochen, schleppt er sich durch die Wildnis stößt er auf ein Rudel Wölfe. Im Kampf verletzt er einen, den er danach „Alpha“ nennt und dessen Feindseligkeit er zu zähmen lernt.

BU.

Wie ein wildes Tier zum Schoßhündchen wird: Das ist eigentlich eine hoch spannende Geschichte. Hier hat aber jemand zu sehr auf den Vierbeiner unter dem Schreibtisch geschaut. Und so entwickelt sich langsam und unvermeidlich eine Freundschaft — in einer Geschichte voller Ungereimtheiten, Vorhersehbarkeit und mit einem zuckersüßen Ende. Überlebenstraining, unterfüttert mit Regenwürmern und Fliegen, Gespräche zwischen Junge und Hund, die keineswegs oscarreif sind — viel mehr passiert nicht auf dem Weg zurück ins Lager. Ein Säbelzahn-Tiger hat einen kurzen, nicht sonderlich prägnanten Auftritt.

Regisseur Albert Hughes, der zusammen mit seinem Bruder Allen „The Book of Eli“, „From Hell“ und „Menace II Society“ hingelegt hat, führte hier erstmals allein Regie. Mit seinem Kameramann, dem Österreicher Martin Gschlacht („Ich seh, Ich seh“), fängt er immerhin großartige Bilder ein. Das macht die eher einfach gestrickte Story allerdings nicht wett. „Alpha“ ist enorm gut aussehende Langeweile. (Aachen: Cineplex, Eden; Alsdorf: Kinopark; Düren: Lumen)

„Alpha“ 3D (USA 2018), Regie: Albert Hughes, mit Kodi Smit-McPhee, Natassia Malthe, 96 Min, FSK: ab 0

(ghj)
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