1. Kultur

Düsseldorf/Bielefeld: Von Dschingis Khan bis Gerhard Richter

Düsseldorf/Bielefeld : Von Dschingis Khan bis Gerhard Richter

Von der versunkenen Römerstadt Herculaneum durch das Mongolen-Reich des Dschingis Khan über die „Brücke” bis zu Gerhard Richter: Das ist die Reise durch Kunst und Kultur, zu der im kommenden Jahr die NRW-Museen zwischen Bonn und Bielefeld einladen.

Das neue Museum MARTa in Herford für Kunst und Design, entworfen vom US-Architekturstar Frank Gehry, sowie das Max-Ernst-Museum (Eröffnung 23. April) in Brühl sorgen in der ohnehin schon kunterbunten Familie der Kunsthäuser des Landes in wenigen Monaten für weiteren Zuwachs.

Mit Henri Matisse widmet sich die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf einem der großen Meister der Moderne: Ab 25. Oktober (bis 19. Februar 2006) stehen Interieur und Frauen-Darstellungen des Franzosen in Mittelpunkt einer Ausstellung, die mit rund 80 Gemälden und hundert Papierarbeiten schon jetzt absehbar zu einem Publikumsrenner werden wird.

Dasselbe Haus beherbergt bereits ab Februar eine Übersicht über das Schaffen des renommierten Malers Gerhard Richter, der auch in seinen bis 16. Mai präsentierten neuen Arbeiten das Medium Malerei untersucht.

Aus Herculaneum

Die gewaltige Naturkatastrophe des Vesuv-Ausbruchs im Jahr 79 n. Christus beschert der Kulturgeschichte bis heute Einblick in die antike Welt: Kostbarste Funde der damals verschütteten Stadt Herculaneum werden erstmals außerhalb Italiens ab 21. Mai im Römermuseum Haltern zu sehen sein.

Gleich mehrfach zurück in die Geschichte blickt die Bonner Bundeskunsthalle, wo - nach der spektakulären Schau der Grabschätze des Pharaos Tutanchamun (bis 1. Mai) - im Frühjahr die Kultur mittelalterlicher Frauenklöster („Krone und Schleier” / ab 19. März), 10000 Jahre Geschichte Jordaniens (ab 29. April) und schließlich, ab Mitte Juni, auch ein Überblick über die Mongolen-Kultur auf dem Programm stehen.

In den Orient führt auch eine von Catherine David, ehemals Kasseler documenta, kuratierte Ausstellung der Kunsthalle Düsseldorf über Öffentlichkeit und Privatheit in der arabischen Welt (ab 24. September). Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum zeigt zum katholischen Weltjugendtag im Sommer in Kooperation mit dem Vatikan „Ansichten Christi”.

„Die Brücke”

Den 100. Geburtstag der Expressionistengruppe „Die Brücke” feiern ab Mitte Februar das Westfälische Landesmuseum in Münster und das Lehmbruck-Museum in Duisburg („Einer neuen Freiheit entgegen”) ebenso wie im Herbst die Kunsthalle Bielefeld, die dazu internationale Leihgaben nach Ostwestfalen holt.

Den Kunstreichtum der Region auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze dokumentiert die erste Crossart-Ausstellung „Van Gogh bis Beuys”, die in der Bundeskunsthalle ab 12. August Meisterwerke aus zehn Museen beider Länder vereinigt.

Nach Wuppertal kommt Russlands Malerei des 19. Jahrhunderts um Ilja Repin (ab 9. Oktober) zu Besuch. Krefeld zeigt in seinen Bauhausvillen einen ersten Überblick über das Werk des deutsch- schweizerischen Malers Thomas Huber.

Als weitere Position der arrivierten Avantgarde der Gegenwart erinnert das NRW-Forum in Düsseldorf an den jung verstorbenen Multi-Künstler Martin Kippenberger, der nicht zuletzt durch die Venedig-Biennale wieder entdeckt worden ist.

„Artgames”

Im Aachener Ludwig Forum beginnt das Ausstellungsjahr am 29. Januar mit der Retrospektive zum Werk von Sophie Calle. Die 1953 in Paris geborene Künstlerin zählt zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlerinnen Frankreichs.

Als Vertreterin einer subjektiven und erzählerischen Fotografie beschattet, recherchiert, fotografiert und kommentiert sie und lässt Menschen zu Wort kommen, die zumeist unbefragt bleiben.

Einen weiteren Höhepunkt dürfte hier die Schau „Public Passion” (ab 23. September) darstellen mit etwa 100 Werken aus zehn bedeutenden privaten Sammlungen aus Belgien.

Die Ausstellung verspricht ein Wiedersehen mit Carl André, Marcel Broodthaers, Bruce Nauman und Ben Vautier. In „Artgames” (ab 16. Dezember) werden Kunst und Spiel als Parallelwelten zur Realität untersucht.
Auf der noch offenen Künstlerliste stehen Namen wie Gabriel Orozco (Mexico), Eva Grubinger (Österreich) und Mariko Mori (Japan).

Im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum wird ab März 2005 nach Aussagen des neuen Chefs Peter van den Brink bis 2007 geputzt und aufgeräumt.