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Aachen: Vom „Mut zu Europa” beim Autoren-Gipfel

Aachen : Vom „Mut zu Europa” beim Autoren-Gipfel

Der erste Europa-Literatur-Gipfel ist zu Ende. Drei Tage lang diskutierten Autoren, Übersetzer, Journalisten, Politiker, Bürgerinnen und Bürger in Maastricht und Aachen Fragen zur Verfassung, Kultur, Identität und zur Erweiterung Europas.

Veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Netzwerk europäische Kommunikation suchten die Teilnehmer in Workshops nach Antworten zum Beispiel auf diese Frage: Gibt es eine gemeinsame, eine europäische Kreativität?

Josef Haslinger, Autor und Leiter des deutschen Literaturinstituts in Leipzig, stellte sie während der einzig halbwegs literarischen Veranstaltung der Tagung, um die „schriftstellerische Herausforderung” deutlich zu machen, die sich seiner Meinung nach in einem wachsenden Europa verberge.

Haslinger las einen kurzen, offensichtlich noch unveröffentlichten Text. Das Leben eines alten Mannes als Symbol für sich verändernde Grenzen und Staaten.

Neben Haslinger saß auch der Berliner Journalist Uwe Rada auf dem Podium. Rada, Autor des Buches „Zwischenland”, sagte: „Berlin liegt im Osten Europas, doch der europäische Wind bläst aus Westen”.

In „Zwischenland” beschreibt Rada das schwierige Verhältnis der Deutschen mit ihren polnischen Nachbarn. Er vergleicht die Grenze an der Oder und die Einstellung der Berliner mit der Grenze hier bei uns.

Wörtlich: „Von Berlin aus ist eine Reise ins Grenzgebiet eine Reise ans Ende der Welt. Die Entfernung von Köln in Richtung Aachen und Maastricht ist keine Maßeinheit für Entfernung, sondern eine Beschreibung für das Naheliegende.”

Dass Literatur europäisch ist, zeigte sich schließlich mit Jurgita Mikutyte. Sie lebt als Übersetzerin in Vilnius (Litauen) und las Passagen aus Max Frischs Roman „Mein Name sei Gantenbein”, zuerst auf Deutsch, dann in litauischer Sprache.

„Verschiedenheit macht Spaß”, sagte der Schriftsteller Adolf Muschg zu Beginn der Tagung in Aachen. Europa ist Verschiedenheit. Aber Verschiedenheit braucht Mut.