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Köln: Vom Buddha bis zum Liebespaar

Köln : Vom Buddha bis zum Liebespaar

Kunst aus acht Jahrtausenden bieten von heute an die drei Frühjahrskunstmessen in Köln.

Bis 27. Februar zeigen 182 Galeristen aus neun Ländern erlesenes Kunsthandwerk, archäologische Objekte, Kunst und Bücher. Das wohl teuerste Stück ist ein Stillleben des Malers Fernand Léger von 1939 für 1,75 Millionen Euro.

Aber auch preiswerte Grafiken gehören zum Angebot der „Kunst Köln”, der Westdeutschen Kunstmesse und der Antiquariatstage, die zum letzten Mal getrennt organisiert und im kommenden Februar auf dem Kölner Messegelände von der neuen Cologne Fine Art (15.-19. Februar 2006) abgelöst werden.

Erwartet werden rund 25.000 Besucher auf der um etwa 50 Galeristen gegenüber 2004 verschlankten Messe. Generell hofft der Handel in diesem Jahr auf eine lebhaftere Sammler-Nachfrage, wobei sich gerade für ältere Kunst Deutschland als „Billigland” im Vergleich zur europäischen Nachbarschaft herausstelle, betonte der Vorstandssprecher des Rheinischen Kunsthändlerverbandes, Hans-Martin Schmitz.

8000 Jahre alt

Mit dem frühen Termin hat sich Köln erstmals bewusst an die erste Stelle des internationalen Messekalenders gesetzt, rechnet dadurch mit einer Belebung des schwierigen Möbelgeschäftes und liegt zudem zwei Wochen vor der Messekonkurrenz im benachbarten Maastricht.

Das älteste Messe-Objekt ist ein bis zu 8000 Jahre altes nordgriechisches Tonidol mit üppigen weiblichen Formen (11.000 Euro). Freunde der alten Malerei kommen bei Werken der Breughel-Dynastie, Oswald Achenbachs sonnigem „Strand von Neapel” (35.000 Euro) oder einer winzigen Eifellandschaft Carl Friedrich Lessings (1836) auf ihre Kosten.

Die Klassische Moderne ist unter anderem mit Gemälden EmilNoldes, Paul Klees, der Kirchner-Kohlezeichnung „Liebespaar” (1909/42000 Euro) und einem späten Aquarell Lyonel Feiningers von 1959 vertreten.

Der frühe „Kleine Kopf” (1966) des Kunst-Megastars Gerhard Richter erwartet für 150.000 Euro einen Liebhaber. An den jüngst verstorbenen Pop-Artisten Tom Wesselmann erinnern seine großformatigen Frauenakte zu je 10.000 Euro.

Büchernarren stoßen auf Kafka-Erstausgaben für 4000 Euro oder auf Arno Schmidts legendären Band „Zettels Traum” (1970/950 Euro).

Auf Freunde ferner Kunst-Kontinente warten ein großer Buddha aus Siam oder eine Mutter-Skulptur als klassische afrikanische Schnitzwerke (beide je 125.000 Euro). Müde Messebesucher können schließlich ein Biedermeierbett für günstige 2400 Euro ins Auge fassen.