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Aachen: Voll emotionaler Glanzlichter: Amelie Fried stellt neues Buch vor

Aachen : Voll emotionaler Glanzlichter: Amelie Fried stellt neues Buch vor

Es schien so, als wolle Amelie Fried nun mit ihrem Image aufräumen, Frauenbücher zu schreiben.

„Es ist ein blödes Vorurteil”, gesteht sie und zitiert charmant lächelnd Deutschlands Literaturkritiker Nummer eins Marcel Reich-Ranicki mit unverkennbarem Akzent: „Es gibt keine Frauen- oder Männerliteratur. Es gibt nur gute und schlechte Bücher.”

Zugegeben, definiert man Frauenbücher über das Geschlecht der Autorin oder über das feinfühlige Gespür, das sie für die Gefühlswelt ihrer Protagonistinnen aufbringt, dann sind Amelie Frieds Bestseller, an deren Erfolge ihr neuester Roman „Liebes Leid und Lust” (Heyne, 20 Euro, 398 Seiten) sich nun nahtlos einzureihen scheint, typische Frauenbücher - mehr aber auch nicht.

Allein die Absatzzahlen ihrer bislang erschienen Romane, die allesamt verfilmt wurden, belegen - es müssen einfach gute Bücher sein.

Ihr neues Werk ist ein spritziges, lebendiges Buch - mit vielen emotionalen Glanzlichtern, dramaturgisch stimmig und realitätsnah umgesetzt, das unterstrich ihre Lesung im Forum M der Mayerschen Buchhandlung eindrucksvoll.

Fried goes Shakespeare könnte man meinen, denn nicht nur der Titel des Buches verweist auf den großen Literaten, vielmehr besitzt das Shakespeare-Stück auch inhaltlich eine Bedeutung.

Die Protagonistin, die junge Schauspielerin Hanna, spielt die Rolle der Rosaline im gleichnamigen Stück, und auch auf privater Ebene setzt sie das Spannungsfeld zwischen Leidenschaft, Geheimnis, Eifersucht und Gewissensnot in einer leidenschaftlichen Affäre ausgerechnet mit dem Mann ihrer Freundin, noch dazu ihrem Therapeuten, um.

Es ist der Kampf einer Frau, die sonst mit den Gefühlen anderer spielt, um eine Liebe, gegen die alles spricht.

Mehr wollte die sympathische „3 nach 9”-Moderatorin über die spannende und gleichsam romantische Geschichte nicht verraten. Statt dessen präsentierte sie noch zwei weitere Bücher, das Kinderbuch „Taco und Kaninchen”, das Erstlingswerk, das sie zusammen mit ihrem Mann Peter Probst im August diesen Jahres herausgebracht hat, und „Verborgene Laster und andere Geständnisse”, ein Sammelband mit heiter-ironischen Kolumnen, die Fried seit 1999 in „Journal für die Frau” veröffentlicht.