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Aachen: Vögel zwitschern im Klangraum

Aachen : Vögel zwitschern im Klangraum

Wenn Sonja Borowski-Tudor von Gustav Mahler spricht, liegt ein warmes Strahlen in ihrem Blick. Da sind Verkehrsstau und Stress auf der Strecke von Bremen nach Aachen vergessen, wirkt sie entspannt.

Gustav Mahlers Musik hat einen ganz besonderen Stellenwert im Leben der Sängerin, die lange Jahre in Dortmund auf der Bühne stand und nun glücklich über ihr „freischaffendes Dasein” ist. Nicht nur das: „Für Mahler braucht man eine gewisse Reife, es ist schön, sie zu empfinden.”

Sonja Borowski-Tudor wird am Auftakt der von GMD Marcus R. Bosch gestalteten Reihe der Sinfoniekonzerte im Eurogress am Mittwoch und Donnerstag in Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 3 d-Moll den Solopart übernehmen.

Gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Aachen, den Damen des Sinfonischen Chors sowie dem Kinderchor St. Katharina Aachen Forst (Einstudierung Frank Sibum) steht sie in einem Werk auf der Eurogress-Bühne, das rund 180 musikalische Kräfte bündelt.

„Dieses Werk gilt als die Krönung des sinfonischen Repertoires am Ende des 19. Jahrhunderts”, erläutern Musikdramaturgen Kai Weßler und Ansgar Menze.

Uraufgeführt am 9. Juni 1902 beim 38. Tonkünstlerfest in Krefeld unter Mahlers eigenhändiger Leitung, ist diese Sinfonie reich an allem, was sich ein musikalisches Herz wünschen kann. „Man spürt förmlich die Weite der Landschaft und den Sommer”, meint Menze.

Kein Wunder, denn Mahler, Kapellmeister und schließlich Direktor der Wiener Hofoper, komponierte seine großen Werke stets in den Ferien, befreit vom Alltag, wenn er die Landschaft von Steinbach am Attersee genoss.

„Was mir die Blumen erzählen”, „Was mir die Tiere erzählen” und schließlich das große Instrumentalfinale „Was mir die Liebe erzählt” sollen den Zusammenhalt der Sätze fördern.

Texte aus „Des Knaben Wunderhorn”, aber auch Naturlaute und mystische Ruhepunkte bilden ein Ganzes, von dem Sonja Borowski-Tudor sagt: „Selten ist ein Sänger in einem Werk so integriert, es entsteht ein echtes Miteinander, jeder hört auf den anderen, und man fügt sich automatisch ein in diese Form.”

Leidenschaften in allen Nuancen, Naturlaute wie der Ruf des Kuckucks oder das Zwitschern von Vögeln (festgelegt in deutlichen Anweisungen Mahlers) sorgen für viele Klangfarben. „Mahler erschließt sich, indem man ihn erarbeitet”, betont die Mezzosopranistin. Und das will sie dem Publikum vermitteln.

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