Aachen: Vital und differenziert: Bremer Bläser beim Aachener Meisterkonzert

Aachen: Vital und differenziert: Bremer Bläser beim Aachener Meisterkonzert

Bläsermusik vom Allerfeinsten war zu erleben beim zweiten Aachener Meisterkonzert der Saison mit den Bläsersolisten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Die neun Damen und Herren des Ensembles, je zwei Oboen, Fagotte, Klarinetten, Hörner und ein Kontrabass, überzeugten gleich zu Beginn des Konzertes im Eurogress bei der einsätzigen „Armonia per un tempio della notte” von Antonio Salieri mit einem satten, runden und ausgeglichenen Gesamtklang, tonschönen solistischen Leistungen, sorgfältiger Artikulation, gutem Zusammenspiel und lupenreiner Intonation.

Wolfgang Amadeus Mozarts „Nacht Musique”, seine zwölfte Bläserserenade, lässt schon an ihrer dramatischen Tonart c-moll erkennen, dass es sich hier nicht um eine heitere Abendunterhaltung handelt. Die Bläsersolisten brachten den düsteren Charakter, der sich schon in dem dramatischen Unisono-Beginn manifestiert, in mustergültiger Weise zum Ausdruck, musizierten vital und klanglich differenziert und wussten auch die kontrapunktischen Finessen des Menuetts delikat nachzuzeichnen.

Nach diesem knappen ersten Teil war für den zweiten Felix Mendelssohn-Bartholdys Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum” in einer Bearbeitung für Bläser von Andreas N. Tarkmann angekündigt. Kann so etwas überzeugen? Es kann, zumal dann, wenn diese geschickte und idiomatische Adaption, bei der das Ensemble um eine Flötistin erweitert wurde, so lebendig und spieltechnisch auf hohem Niveau realisiert wird wie in diesem Falle.

Der leichte, duftige Klangcharakter von Mendelssohns genialer Partitur bleibt in dieser Bläserfassung erhalten, manches Humoristische wirkt noch draller, manches Poetische hingegen wie die unendlich schöne Melodie am Schluss, der das Ende der an diesem Abend nicht gespielten Ouvertüre aufgreift, erreicht nicht den Zauber des Originals. Sieht man einmal davon ab, dass das Zusammenspiel wie etwa in dem sehr schnell genommenen Scherzo nicht immer punktgenau war, ergab sich eine Wiedergabe auf enorm hohem Niveau.

Der gehaltvolle Abend wurde klangschön abgerundet durch die Zugabe von Mendelssohns Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir” in doppelchöriger Aufstellung.

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