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Maastricht/Geleen: Vinkenslag: Polizei schützt Steuerbeamte

Maastricht/Geleen : Vinkenslag: Polizei schützt Steuerbeamte

Mitarbeiter der niederländischen Steuerbehörde haben am Dienstag im Maastrichter Wohnwagencamp Vinkenslag rückständige Steuern eingetrieben. Die Beamten standen dabei unter dem Schutz von Mobilen Einsatzkommandos der Polizei, die in drei Bussen vorgefahren waren. Außerdem standen noch Reservekräfte bereit.

Der Einsatz in Vinkenslag, mit etwa 120 Familien das größte Wohnwagencamp der Niederlande, begann gegen 9.30 Uhr. In den Fällen, in denen die Steuerschulden nicht sofort bar bezahlt werden konnten, wurden Wertgenstände beschlagnahmt. Die Bewohner reagierten empört: Einem Fotografen wurde die Ausrüstung abgenommen und vernichtet.

Neue Offensive

Die kurz nach Mittag beendete Razzia gehört zu einer Offensive des Finanzministeriums gegen steuerliche Freistaaten. Im März war bekannt geworden, dass die Bewohner von Vinkenslag lange Zeit nur drei Prozent Steuern zu bezahlen brauchten. Damals hatte die Zweite Kammer ein rigoroses Umdenken inclusive eines Aktionsplanes gefordert.

Daraufhin hatte das Finanzministerium angekündigt, sich nicht mehr durch Androhung von Gewalt einschüchtern zu lassen und notfalls unter Polizeischutz vorzugehen.

Zeitgleich mit der Razzia in Vineknslag durchsuchte die Polizei mit 110 Beamten zwei andere Camps in Geleen nach illegalen Hanfplanagen und Feuerwaffen. Dort wurden bis gegen Ende der Aktion am frühen Nachmittag eine Waffe und 15 Plantagen entdeckt, es gab insgesamt 13 Festnahmen. Ein Polizeisprecher sagte, die Aktion habe nichts mit den Ermittlungen zum Mord an drei Hells Angels zu tun.

„Unzureichenden Beweislage”

Die beiden Hauptverdächtigen sitzen seit Anfang März in Untersuchungshaft. Am Donnerstag will das Gericht in Amsterdam beschließen, ob sie wieder auf freien Fuß kommen, wie ihre Anwälte wegen der „unzureichenden Beweislage” gefordert haben. Die anderen zehn am Donnerstag festgenommenen Clubmitglieder bleiben mindestens noch bis nächste Woche in Haft. Ihnen wird vorgeworfen, Anfang Februar die Morde an den Kameraden mit beschlossen zu haben.