Maastricht/Aachen: Vielfalt, Kreativität — und Humor

Maastricht/Aachen: Vielfalt, Kreativität — und Humor

Darf man Kunst von der humoristischen Seite her betrachten? Die 14. Maastrichter Kunsttour vom 18. bis 20. Mai geht dieser Thematik auf den Grund. „Gibt‘s in der Kunst noch was zu lachen?“, lautet das Motto, unter dem knapp 150 Künstler an 50 verschiedenen Orten in der Stadt ihre Werke präsentieren.

Das Atelierhaus Aachen (AHA) ist mit zwölf Künstlern im Theater am Vrijthof vertreten. Odine Lang wirkt bereits zum dritten Mal bei der Kunsttour mit. Sie betont, dass es dabei nicht in erster Linie darauf ankommt, die eigenen Werke zu verkaufen: „In Maastricht dabei zu sein, ist eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich über die anderen Künstler und ihre Arbeiten zu informieren. Das Verkaufen steht dabei nicht im Vordergrund.“ Um einen Einblick in ihr eigenes Schaffen zu geben, wählte Lang sorgfältig sechs ihrer Eisendrahtkunstwerke aus. Die raumgreifenden Konstruktionen erinnern, wie die meisten ihrer Kunstwerte, an Formen aus der Natur. Was jeder Künstler auswählt, ist ganz alleine seine Entscheidung. Klassisch bemalte Leinwänden, Klangkunst, Bildhauerei, Drahtabreiten: Alles ist dabei.

Nadya Bascha, Geschäftsführererin des Atelierhauses, kooperiert zwar bereits seit einigen Jahren mit Maastricht, aber die Kunsttour sei doch immer etwas Besonderes, wie sie betont: „In Maastricht ist alles offen, viele Künstler aus verschiedenen Bereichen nehmen teil, das bunte Kulturprogramm verteilt sich während der drei Tage auf die ganze Stadt. Die verschiedenen Disziplinen sorgen für eine große Vielfalt.“

Mit rund 10 000 Besuchern wird während der drei Tage gerechnet. Aus Aachen sind neben den zwölf Künstlern des Atelierhauses auch zwölf weitere Künstler dabei. Aus Belgien machen sich 18 und aus Frankreich ein Künstler auf nach Maastricht. Überhaupt sei die Anbindung Aachens an die Grenzstädte ein Vorteil, den man nutzen und ausbauen sollte, sagt Bascha. „Es ist wichtig, dass sich die Gelegenheit für regelmäßige Austauschprojekte bietet. Man braucht ein Medium, um sich besser vernetzen zu können. Gerade für Maastricht, Aachen und die Euregio, die als Kulturhauptstadt 2018 kandidieren, ist eine gemeinsame Plattform für das kulturelle und künstlerische Schaffen besonders wichtig.“ Also folgt nach Maastricht auch eine Kunsttour in Aachen? Danach sieht es momentan nicht aus, wobei Aachen ja mit der Kunstroute ein kleineres, nicht minder kreatives Pendant hat. Und auch in Stolberg gibt es eine Kunstausfahrt. Die Budgets seien eben sehr begrenzt, wie Bascha hinzufügt.

Die Frage, ob es in der Kunst noch etwas zu lachen gibt, wird in Maastricht wohl nicht abschließend geklärt. Aber sollte man überhaupt eine Definition finden? Ein wenig langweiliger und weniger bunt wären die Foyers des Theater am Vrijthof dann bestimmt. Und gerade das ist es doch, was die Kunsttour so besonders macht: Vielfalt und Kreativität.

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