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Aachen: Viele Rätsel bleiben ungelöst: Neues Buch über den Aachener Dom

Aachen : Viele Rätsel bleiben ungelöst: Neues Buch über den Aachener Dom

Mindestens 2000 Bücher sind bislang über den Aachener Dom erschienen, und doch geht den Autoren der Stoff noch lange nicht aus.

Ein ganz besonders profunder Kenner des Gemäuers hat sich in den vergangenen vier Jahren noch einmal intensiv mit dem Dom beschäftigt und 246 Seiten solchen Aspekten gewidmet, die in der Fülle der Literatur eher eine untergeordnete Rolle spielen: der Bautechnik und der Baugeschichte.

Das neue Buch stammt von Hans Karl Siebigs, der bis zu seiner Pensionierung als langjähriger Dombaumeister gewissermaßen den „Masterplan” für alle Reperaturmaßnahmen entworfen hat, nach dem noch heute gearbeitet wird.

„Der Zentralbau des Domes zu Aachen. Unerforschtes und Ungewisses” lautet der Titel des Bandes, dessen Druck erst durch die Förderung und Unterstützung des Stolberger Mäzens und Unternehmers Michael Wirtz möglich geworden ist.

Der Autor gesteht in seiner Einleitung, dass es heute völlig unmöglich sei, den ganzen „Kosmos” des Aachener Domes „flächendeckend” zu behandeln, so konzentriert er sich auf zentrale technische Fragen, die - wie er selbst sagt - belegen, mit welch einfachen Mitteln und ohne große Berechnungen die Baumeister Karls Marienkirche errichteten.

Siebigs: „Sie verfügten über keinerlei Hightech, sie verfolgten einfach eine Idee, eine religiöse Idee. Um den Grundriss zu erstellen, reichte ihnen ein Seil und eine Latte.”

Ausführlich beschreibt Siebigs im Kapitel über das Entwurfskonzept die technische Vorgehensweise der Erbauer.

Offen gebliebene Fragen, wie der Untertitel des Buchs andeutet, benennt der Autor dabei ganz ausdrücklich, namentlich etwa die Identität des über allem waltenden Baumeisters.

Ob tatsächlich jener „Odo von Metz”, dessen Name kaum mehr besagt, als er in Metz begraben liegt, damals der entscheidende „Systemadiminstrator” war, ist eines der ungelösten Rätsel des Aachener Doms. Siebigs vermutet seine Herkunft in der Lombardei, unter anderem auf Grund der „italienisierten” Version von „Otto” in „Odo”.

Ein weiteres ungelöstes Rätsel: das Grab Karls des Großen. Vieles, so Siebigs, spreche dafür, dass jenes 70 Zentimeter beite und 1,70 Meter lange „Gelass”, das bei Res-taurierungsarbeiten an der Seite des Oktogons zur Chorhalle hin gefunden worden sei, jenes Grab gewesen sein könnte. Zu beweisen sei das aber nicht. Im Mittelalter lag es in Aachen mit dem Schrifttum doch sehr im Argen...