Monschau: Viel mehr als nur „Weiße Rosen“: Nana Mouskouri auf der Monschauer Burg

Monschau : Viel mehr als nur „Weiße Rosen“: Nana Mouskouri auf der Monschauer Burg

Für viele Menschen ist sie noch immer das Idol, und das mitunter seit Jahrzehnten. Und so sind Hunderte Fans zum Auftritt der legendären Sängerin Nana Mouskouri beim Festival auf der Burg Monschau gekommen. Die Ausstrahlungskraft der 84-jährigen Griechin ist ungebrochen und widersteht jedem Alterungsprozess.

Wie sehr ihre Attraktivität auf ihre Fans noch immer wirkt, wurde beim Auftritt im Zuge des Monschau Festivals deutlich. „Madame Nana“, wie ihre französischen Begleitmusiker sie nennen, und ihre Verehrer sind sich nahe — das war beim Auftritt mit Händen zu greifen.

Seit 57 Jahren ist die in der kretischen Hafenstadt Chania geborene Sängerin auf dem deutschen Musikmarkt präsent. Ihre Lieder, besonders die alten darunter, sind so etwas wie der Zement, der die Gemeinschaft zwischen ihr und dem Publikum festigt. Eine der „Weißen Rosen aus Athen“ trägt die Diseuse sogar zu Beginn ihres Gastspiels in der Hand. Und sie bekennt, als Konsequenz aus ihrer Version von Joan Baez‘ Welthit „Forever Young“: „Meine Lieder sind immer jung.“

Natürlich gibt die Mouskouri ihrem Publikum im Verlauf des rund anderthalbstündigen Programms reichlich. Fast alle Hits wie die „Weißen Rosen“ sind dabei, aber auch ihre Version von Elvis Presleys „In the Ghetto“. Vor allem aber bekennt sich die Sängerin ihrer Abstammung und bringt ein griechisches Lied nach dem anderen — volkstümliche Weisen wie eigens für sie komponiert.

Dass die Künstlerin, die von Beirut nach Monschau angereist war, mindestens ebenso aus dem französischen Chanson wie aus den Klangwelten ihrer Heimat schöpft, wird an ihren Gesten deutlich. Die Hände reckt sie nach oben oder breitet sie aus — die Nähe zu Juliette Gréco und anderen großen Vertreterinnen des Fachs ist mit Händen zu greifen. Nana Mouskouri legt es dramatisch an.

Auf die Menschen im Publikum macht das alles tiefen Eindruck. Auch nach dem Ende der Show wollen sie nicht von ihrem Idol lassen, bleiben vor der Bühne stehen, rufen nach ihr. „Madame Nana“, es entwickeln sich kurze Dialoge. Mouskouris Gastspiel in der Nordeifel war auch eine zwischenmenschliche Begegnung.

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