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Monschau: Viel Gefühl bei dramatischem Spiel

Monschau : Viel Gefühl bei dramatischem Spiel

Unter den vielen Festivals im Sommer sticht die „Monschau Klassik” in einzigartiger Weise heraus und das schon durch die einzigartige Kulisse seiner Burg, in deren Mauern das Festival stattfindet.

Jetzt erobern die Freunde der Musik das Städtchen im engen Tal wieder für sich. Mit einer Aufführung von Franz Lehárs „Zigeunerbaron” voller Walzer- und Csardas-seliger Melodien begann die sechste Festspiel-Saison.

Hatten die Besucher schon am Auftaktabend dem ungarischen Ensemble und den seit Jahren als Festivalorchester fest etablierten Plowdiwer Symphonikern aus Bulgarien unter dem rumänischen Dirigenten Florian Zamfir begeistert applaudiert, so versetzte die Aufführung der Puccini-Oper „Tosca” mehr als 1100 Klassik-Genießer in Begeisterung.

Die Inszenierung der Regisseurin Nadia Hristo nutzte geschickt Ambiente und Aufführungsfläche. Gefühle und Leidenschaften konnten sich hier wunderbar entwickeln. Maßgeblich trug dazu Dirigent Luciano di Martino bei, unter dessen musikalischer Leitung die meisten Aufführungen in Monschau stehen.

Der Italiener, der sein Metier unter anderem in Deutschland erlernt hat, agierte höchst temperamentvoll. Er verstand es, die ohnehin hoch motivierten Musiker zu sensiblem Spiel anzuleiten. Inszenatorisches Konzept und instrumentale Ausgestaltung der Partitur wurden bei der Monschauer „Tosca” aufs Glücklichste von der sängerischen Komponente ergänzt.

Hauptakteure Rossella Redoglia in der Titelrolle und Vincenzo Sanso als Maler Mario Carvaradossi beeindruckten durch den Glanz ihrer Stimmen. Eine besondere Erwähnung verdient Paolo Ruggiero, der den Polizeichef Scarpia verkörpert.

Wenn er, der Böse in dem Spiel, die Bühne betrat, dann fröstelte es das Publikum wirklich. Zahlreichen Solisten-Kollegen sowie ein Akzente setzender Chor komplettierten das Ensemble. Kräftiger Applaus.