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Aachen: Viel Beifall für „Zwei wie Bonnie und Clyde“

Aachen : Viel Beifall für „Zwei wie Bonnie und Clyde“

Manchmal scheitern große Vorhaben schon an solchen Kleinigkeiten wie dem Unterschied von links und rechts oder zwischen reißfesten und blickdichten Strumpfhosen. Besonders Bankräuber und solche, die es werden wollen, sollten ihren Plan mit peniblem Sinn für jedes noch so winzige Detail aushecken.

Ein abschreckendes und zugleich höchst vergnügliches Beispiel für menschliche Vergeblichkeit in dieser Branche liefern gerade Manni und Chantal, die beiden „Helden“ der neuen „Greta“-Produktion des jungen Aachener Grenzlandtheaters für Menschen ab 14 Jahren: Die Krimikomödie „Zwei wie Bonnie und Clyde . . . denn sie wissen nicht, wo sie sind“ von Tom Müller und Sabine Misiorny hatte am Freitag Premiere im Aachener Rhein-Maas-Gymnasium.

Der Traum vom großen Geld, Heirat in Las Vegas — dumm nur, dass man dazu erst mal eine Bank überfallen muss. Manni (Stephen Appleton) hat eigentlich an alles gedacht — doch die Beute fällt mager aus: Klopapier, zwei Fertiggerichte und ein Pfund Kaffee.

Chantal (Katrin Wolter), ein einziger Unglücksrabe, hat sich zu allem Überfluss auch noch verfahren, und so landen sie in einem alten Schuhlager. Manni lässt sich nicht so leicht unterkriegen: „Du und ich, wir zwei — wir sind wie Bonnie und Clyde“. Und schon schmiedet er einen neuen Plan. Damit es beim nächsten Mal besser klappt, wird erst mal alles geübt zwischen Türmen aus Hunderten von Schuhkartons (Bühne und Kostüme: Manfred Schneider). Zum Schießen, was dabei alles schiefgehen kann.

Temporeich und präzise

Regisseur Timo Hübsch führt das Chaotenpaar temporeich und präzise durch ihre Überfallversuche. Eine Pointe jagt dabei die nächste. Allein: Diese Bonnie ist zwar süß, und sie himmelt ihren Manni nur so an, doch ihr fehlt es dermaßen im Oberstübchen, dass beide von einem Schlamassel in den nächsten trampeln. „Ich bin doch nicht blöd“, sagt sie treuherzig — und liefert im nächsten Moment den Gegenbeweis.

Die für den Komplizen zwecks Maskierung extra besorgte blickdichte Strumpfhose macht dem im entscheidenden Moment ganz schön zu schaffen. Und dann kommen auch noch die Kartons als Geldversteck zum Einsatz, was dem Hütchenspiel ähnelt — da heißt es, den Überblick zu bewahren. Das gelingt den beiden mit faszinierender Spielfreude und Präsenz auftrumpfenden Darstellern mit traumwandlerischer Sicherheit. Riesenbeifall.