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Viel Applaus für Aachener Theaterstipendiaten

Theater Aachen : Viel Applaus für zwei junge Talente

Die Sänger Rina Hirayama und Takahiro Namiki sind Stipendiaten der Aachener Theaterinitiative. Nun zeigten die beiden bei einem Konzert, was sie können.

Die Förderung besonders begabter Nachwuchssänger mit einem Jahresstipendium gehört zu den herausragenden Leistungen der Theaterinitiative Aachen. In der auslaufenden Saison unterstützte man noch zwei Sänger, in der kommenden Spielzeit werden bereits drei Talente berücksichtigt. In Zusammenarbeit mit dem Theater Aachen und der Musikhochschule Köln/Aachen bedeutet das für die Studenten die seltene Gelegenheit, ungewöhnlich früh in die aktuellen Produktionen eines professionellen Opernhauses eingebunden zu werden und den Opernalltag hautnah erleben zu können.

Chancen, die die beiden aktuellen Stipendiaten in ihrem Heimatland Japan nicht hatten. Die Mezzosopranistin Rina Hirayama und der Tenor Takahiro Namiki nahmen deshalb das Risiko auf sich, nach ihren Studien in Tokio und diversen beruflichen Aktivitäten nach Deutschland überzusiedeln und an der Kölner Musikhochschule ihre Studien fortzusetzen und zu beenden.

Auch er verlässt das Theater Aachen zum Saisonende: Tenor Takahiro Namiki. Foto: Marie-Luise Manthei/Theater Aachen/Marie-Luise Manthei

In guter Tradition verabschiedeten sich die Stipendiaten mit einem kleinen, aber feinen „Dankeschön-Konzert“ im gut besuchten Spiegelfoyer des Theaters. Allerdings werden sie noch bis zum Ende der Spielzeit in diversen Produktionen des Aachener Theaters zu sehen sein. Die Mezzosopranistin sogar in großen Rollen wie der Dorabella in Mozarts „Così fan tutte“ und in der Titelrolle von Purcells „Dido and Aeneas“, die gleichzeitig als Examen gewertet wird.

Wie gewohnt, hat man bei der Auswahl der Stipendiaten auch in dieser Saison ein gutes Händchen bewiesen. Beide Künstler strahlen eine sympathische Bühnenpräsenz aus und scheinen auch auf große Aufgaben gesangstechnisch gut vorbereitet zu sein. Obwohl sie sich erst seit vier bzw. zwei Jahren in Deutschland aufhalten, beherrschen sie die deutsche Sprache schon erstaunlich gut. Was natürlich nicht heißt, dass gerade für das deutsche Repertoire noch intensiv an der Aussprache gefeilt werden muss.

Das trübt aber kaum die Freude an den Vorträgen auch deutscher Werke, wobei sich der junge Tenor mit Schuberts „Forelle“ und seine Kollegin mit Wagners „Der Engel“ auf ein besonders schwieriges Terrain begaben. Ein Terrain, auf dem sie sich jedoch stimmlich hervorragend bewährten. Und Takahiro Namiki ließ sich auch nicht die Chance entgehen, auf seine Traumrolle, den Belmonte aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“, vorzugreifen. Ebenso wenig wie Rina Hirayama mit einer quicklebendigen und stimmlich nahezu makellosen Darstellung der Bravour-Arie Rosinas aus Rossinis „Barbier von Sevilla“, ihrer Favoriten-Oper.

Koloraturgeläufigkeit kann man beiden Sängern bescheinigen, ein angenehm warmes Timbre der Sängerin und eine hell strahlende Stimme mit mühelosen Spitzentönen dem jungen Tenor.

Viel Beifall für zwei hoffnungsvolle Talente und Kapellmeister Hiroshi Ueno, der das gesamte Programm am Klavier begleitete.