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Aachen/Würselen: Versicherungskaufmann prellte Aachener Konzern um 600.000 Euro

Aachen/Würselen : Versicherungskaufmann prellte Aachener Konzern um 600.000 Euro

Mit zweieinhalb Jahren Haft ist ein Versicherungskaufmann aus Würselen am Dienstag gut davongekommen.

Der 42-Jährige musste sich vor der 8. großen Strafkammer am Aachener Landgericht wegen Untreue in 143 Fällen verantworten, da er seinen Arbeitgeber, einen bekannten Versicherungskonzern mit Sitz in Aachen, innerhalb von vier Jahren um 600.000 Euro erleichterte.

Im Juni dieses Jahres flog die Sache auf, der Familienvater wurde festgenommen. Dabei bekleidete der noch junge Versicherungskaufmann schon früh eine blendende Position in dem Unternehmen. Er war als Schadensregulierer für den gesamten Westen der Republik verantwortlich, erklärte er eher stockend dem Vorsitzenden Richter Harald Brandt. „Wann haben Sie die Grenze überschritten”, fragte der nach dem Abgleiten des Angeklagten in kriminelles Gewässer.

Der erzählte stockend, wie er den elterlichen Hof für seine Frau und die zwei Kinder habe herrichten wollen - dafür brauchte er das viele Geld.

Wie man einen Versicherungskonzern betrüge, wollte der Richter wissen. Der Angeklagte berichtete, dass er als Schadensregulierer von zu Hause aus arbeitete. Die Anweisungsgrenze für ihn lag pro Einzelfall bei 10.000 Euro - darunter konnte er machen, was er wollte. Das tat er, zahlte fleißig auf sein eigenes Konto ein. Voraussetzung für alles war die erneute Öffnung abgeschlossener Schadensfälle. Er tat so, als ob er Geschädigten noch weiteres Geld anweisen müsse.

Als Adressaten gab er Namen an, die seinem eigenen zum verwechseln ähnlich waren - seine Bank merkte nichts. Auch weil Kontrollen beim Versicherer zu lasch waren, bekam er nicht die von der Anklage geforderten viereinhalb Jahre Haft. 200.000 Euro liegen sogar noch auf seinem Konto.