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Aachen: Uni nur für Reiche?

Aachen : Uni nur für Reiche?

Die soziale Lage zu vieler Studierender im Land ist schlecht. So haben es die Grünen im Landtag und die Studentenwerke konstatiert. Und sie fordern Abhilfe.

Am Dienstag schwärmte die Fraktion ins Land aus, um Projekte und Institutionen zu besuchen, die sich gegen Armut und deren Folgen engagieren. „Wir sagen der Armut den Kampf an” heißt das Motto, mit dem die Hochschulpolitische Sprecherin, Ruth Seidl, nach Aachen kam.

Auch weil das im Land hoch anerkannte Aachener Studentenwerk - eins von zwölfen - und die zur Exzellenz ernannte RWTH beste Verstärker für den Ruf nach mehr sozialer Gerechtigkeit an den Hochschulen sind.

Mit bald 4400 kann das hiesige Studentenwerk den 38.000 Aachener Studierenden nur 100 Wohnungen weniger anbieten als die Kölner Kollegen ihren 60.000 angehenden Akademikern. Gleichzeitig seien die Aachener Unterkünfte die mit dem landesweit günstigsten Mietzins, die Sozialabgaben mit 56 Euro pro Semester dennoch die niedrigsten.

Auch in anderen Bereichen punkten die Aachener. Trotzdem gelte hier wie überall im Land, dass den im Vergleich der Länder eher hohen Lebenskosten zu geringe finanzielle Möglichkeiten der Studenten gegenüberstehen. Was, so die Untersuchung der Studentenwerke, auf die sich auch die Grünen berufen, dazu führe, dass überproportional viele Studenten aus wohlhabenden Familien kommen.

Rund ein Drittel hat eine hohe, je ein Viertel eine gehobene oder mittlere soziale Herkunft, nur 15 Prozent eine niedrige. 70 Prozent aller verdienen neben dem Studium Geld, um Sozialabgaben, Studiengebühren, Material, Bücher und das Leben selber bezahlen zu können.

Um neue Chancengleichheit zu schaffen, soll von Aachen ein Impuls ausgehen: Die Landesregierung soll Studentenwerke und Studierende fördern und konkret in Aachen beim Bau der neuen Campi an eine soziale Infrastruktur denken, die ebenso exzellent ist wie die RWTH. Denn die Gesellschaft brauche hoch qualifizierte Menschen, egal aus welchen Verhältnissen sie kommen.