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Tunnel an der Maas wird eröffnet

Tunnel an der Maas wird eröffnet

Maastricht (an-o) - Es ist eines der größten Bauprojekte Limburgs: Für insgesamt 160 Millionen Euro wird die Maastrichter Innenstadt verschönert. Der erste wichtige Bauabschnitt ist beendet: Der Tunnel am Maasboulevard wird am heutigen Freitag, 13. Juni, für Autos geöffnet.

Arbeiter hängen noch Lampen über der Tunnelzufahrt auf, Kabel werden verlegt und Fahrbahnmarkierungen mit dem Pinsel aufgemalt. am Donnerstag sah es noch nicht so aus, als würden hier am Freitag schon Autos durchfahren. "Das kriegen wir alles noch hin", war sich Wim Helgers aber sicher. Der städtische Beamte überwacht die Straßenbau-Belange beim "Maas-Markt-Projekt".

Bislang nur ein paar Coffie- und Sexshops

Und verkehrstechnisch ist der Tunnel die wichtigste Voraussetzung dafür, dass der Plan, den Städtebauer in gewohnt großzügiger Weise für Maastricht ersonnen haben, auch aufgeht. Anlass für den Umbau waren die Mietpreise in der Maastrichter Innenstadt, die höher sind als irgendwo sonst in den Niederlanden: "Selbst in der Innenstadt von Amsterdam sind die Preise niedriger", sagt Helgers. Um den Preisdruck zu nehmen, brauchte die Stadt neue Mietflächen.

Und dazu bot sich das Gebiet zwischen dem Maasboulevard und Markt an, wo bislang nur ein paar leere Läden und ansonsten Coffie- und Sexshops einen eher trostlosen Anblick bieten. Dabei fiel den Planern auf, dass auch ein Flussufer netter aussehen kann als das in Maastricht, wo eine Hochwasserschutz-Mauer die Sicht versperrt. Um sie niedriger zu bauen, haben sich die Architekten einen zweistufigen Boulevard ausgedacht.

Der erste untere Spazierweg ist so konzipiert, dass er ab und zu überflutet werden kann, ohne Schaden zu nehmen. Auf einem zweiten über Treppen höher gelegten Boulevard liegen Caféterrassen, Grünflächen und Reederei. Auch die Planung der neuen Verwaltungsgebäude zeugt von der Lust an großen Entwürfen: An die Stelle der beiden bereits abgerissenen Verwaltungsbauten aus den 70er-Jahren ("Die waren eine echte Sünde", so Helgers), werden zwei symmetrisch angeordnete Bauten treten, die zwei Stockwerke Geschäfte und vier Etagen Verwaltung in sich vereinen. Unterirdisch wird es ein Parkhaus für 1.150 Autos geben, oberirdisch wird die gesamte Zone, bis auf den Tunnel, autofrei.

Investitionslust

In Deutschland sind solche Großprojekte die Ausnahme und der Hauptstadt vorbehalten. In den Niederlanden trauen sich die Gemeinden mehr zu - selbst wenn es wie beim Maas-Markt-Projekt 15 Jahre dauert und die Finanzierung zu Beginn unsicher ist. Helgers sieht den Grund für den niederländischen Wagemut in der Ökonomie: "Dass man am Anfang Verluste hat, akzeptieren die meisten Investoren. Das gehört zur Investition dazu."