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Aachen: Treffsicherer „Freischütz” guter Startschuss

Aachen : Treffsicherer „Freischütz” guter Startschuss

Kai Weßler ist kein Spielverderber. Auf seine freundliche, natürlich Art plauderte der Dramaturg des Theaters Aachen über Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz”, über dies und jenes Detail, über historischen Kontext und natürlich auch den Inhalt des Werkes.

Normalerweise öffnet das Theater die Tür zum „Parkett links” nicht eine Stunde vor der Vorstellung, und normalerweise verrät der Dramaturg auch keine Details im Vorfeld der Vorstellung.

Doch für die Besitzer der CultCard - eine Aktion der Aachener Zeitung in Zusammenhang mit ihrem Forum „Kultur! Warum?”, das kürzlich im Ludwig Forum stattfand , mit den Aachener Kulturinstitutionen - wurde eine unterhaltsame Ausnahme gemacht. 450 Interessierte hatten sich um eine CultCard beworben, 150 Karten wurden vergeben.

Während nun im Orchestergraben Pianotöne von den emsigen Vorbereitungen zur Aufführung zeugten, erzählte Weßler von Max und Agathe, von den Freikugeln, der Wolfsschlucht und der Dramatik in der Oper und verkündet mit leicht gedämpften Ton: „Weber nimmt alles vorweg, was uns gruselt, was wir aus Horrorfilmen kennen.” Dann hellt sich seine Stimme wieder auf, Weßler lächelt und sagt: „Das ganze endet trotzdem freudig. Wie? Das werden sie ja sehen.”

Er ist eben kein Spielverderber. Sein kleines Auditorium - etwa 50 Menschen - dankt es ihm und dankt für die tolle Einführung. Wohlwissend, dass dies eine ganz exklusive Veranstaltung war. Norbert und Helga Kreder gehörten zu den glücklichen Gewinnern der CultCard - und waren begeistert. „Das ist eine sehr gute Sache - vor allem die Zusätze wie diese Einführung”, meinten die Kreders. Sonst besuchen sie einmal im Jahr eine Oper, gehören zu den regelmäßigeren Theatergängern.

Maria Dautzenberg war seit langem nicht mehr im Theater. „Seit einem Jahr”, blickt sie selbst zurück. Den „Freischütz” hat sie vor Jahren schon einmal gesehen - das Stück fasziniert sie. Und Kai Weßlers Einführung war „sehr interessant”.

Welcher „normale” Theatergänger wusste an diesem Abend schon, dass 20 echte Kerzen die Bühne erhellten, dass der Freischütz-Wald in den Gemälden an den Kulissenwänden verborgen blieb und dass die schmucken Biedermeier-Gläser und -Feuerzeuge bei einem Internet-Auktionshaus ersteigert wurden.

Christa Denda und Herbert Hagedorn waren jedenfalls begeistert von diesem Freischütz-Startschuss und stellten an diesem Abend zufrieden fest: „Vielleicht gehen wir ja jetzt öfter ins Theater...”