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Aachen: Traum vom Prinzen mit weißem Pferd

Aachen : Traum vom Prinzen mit weißem Pferd

Forschungsgebiet Theater. Der letzte Abend der Themenwoche „Dialog mit Europa” rückte manches im Verlauf zuvor gefällte Urteil zurecht.

In Zusammenarbeit mit dem Schrijverspodium Vlaanderen und dem Theater Instituut Nederland stellte das Theater Aachen vier neue Texte flämischer und niederländischer Autoren in ersten Übersetzungen vor.

Das Publikum erlebte einmal mehr das erste Aufeinandertreffen von Autor, Text und Schauspieler. Passend zum Werkstattcharakter fanden die Lesungen in der Theaterschreinerei, im Malsaal und auf zwei Probebühnen des Mörgens statt.

Da waren dann schauspielende Autoren zu erleben, die selbst überzeugend eigene Rollen vortrugen. Sanne Vogel zum Beispiel, die dem Jungmädchentraum ihrer Heldin vom Prinzen auf dem weißen Pferd (es war ein Drahtesel) im Vortrag die nötige Naivität verlieh.

Oder man traf auf regieführende Autoren, wie Pieter Buysser, der auch als Filmemacher bekannt ist, die beim Publikum keine Zweifel über die Hintergründe ihres Beziehungs-Textes aufkommen lassen wollten. Und nebenbei wurde klar, wie schwer es den lesenden Schauspielern Angela Eickhoff, Bettina Ernst, Rainer Krause, Denis Pöpping und den anderen fallen musste, sich in den Texten zurechtzufinden.

Als Schauspieler/Sprecher kann man es da bei so einem Anfang nur versuchen, je nach Rolle auch brillieren. Farblos ist niemand. Auch, weil Autoren wie Pieter Buysser, Gerda Dendooven, Sanne Vogel und Ko van den Bosch im Wortsinne hautnah schreiben.

So war die Themenwoche mit frischen Texten zu „normalen” Themen aus Flandern und den Niederlanden ein einziges Lehrstück, für Theatermacher, -gucker und -kritiker.