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Aachen: Tonnenweise Grundsubstanzen für Ecstasy

Aachen : Tonnenweise Grundsubstanzen für Ecstasy

Deutscher Drogenbaron oder nicht, das war die Frage am Freitag vor der 1. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts. Der Mann auf der Anklagebank ist 41 Jahre alt, und hat bereits eine Menge von der Welt gesehen, unter anderem als deutscher Berufssoldat im Auslandseinsatz.

Angeklagt ist er nun wegen verbotenen Handels und der Weiterverbreitung von Grundsubstanzen für die Ecstasy-Produktion, er soll mit einem Geschäftsfreund 11,5 Tonnen Isopropylalkohol, 53 Tonnen Aceton und 31 Tonnen Salzsäure von Düren aus über Heinsberg in die Niederlande gebracht haben. Die Substanzen dienen, so die Anklage, zur Herstellung von „Betäubungsmitteln” in erheblichem Umfang und sind auf einer entsprechenden Liste wiederzufinden.

Am Freitag erklärte er dem staunenden Gericht („Sie beleidigen meine Intelligenz!”, so Richter Arno Bormann), er sei ein viel beschäftigter Business-Mann mit diversen Firmenbeteiligungen. Er habe einzig und alleine einem langjährigen Freund und Geschäftspartner einen persönlichen Gefallen mit den gut 20 Lkw-Fahrten tun wollen. Wozu er die Stoffe transportierte, sei ihm nicht klar gewesen. Er habe in seinem Stressberuf eine schöpferische Pause gebraucht, Lkw-Fahren mache Spaß.