Schrittmacher-Festival 2019: Vorverkauf-Start am 6. Dezember 2018

„just dance!“ in Aachen, Heerlen und Eupen : Schrittmacher-Festival zeigt 16 internationale Kompanien

Um genügend Zuschauer muss sich das euregionale Tanztheater-Event eigentlich keine Sorgen machen. Es ist eher umgekehrt: Wer eine der Kompanien aus aller Welt in Aachen, Heerlen oder Eupen sehen will, muss sich früh entscheiden.

Die Tickets sind meist schnell weg. Am Donnerstag gaben die Veranstalter bekannt, wann der Vorverkauf für 2019 beginnt.

Der Vorverkauf für die 24. Ausgabe des Schrittmacher-Festivals vom 12. März bis 11. April 2019 startet am kommenden Donnerstag, 6. Dezember, um 11 Uhr. Innerhalb der fünf Wochen finden die Besucher das bekannte Konzept: Tanz von der klassischen Moderne bis zu Contemporary, etablierte Kompanien ebenso wie Neuentdeckungen und das Festival verlässt bewusst den europäischen Raum, um die Spitze des zeitgenössischen Tanzes aus der ganzen Welt an drei Spielorten in der Region zu bieten. Ein besonderes Flair bietet sich dabei in der alten Fabrik Stahlbau Strang, in die nur für diesen Anlass eine Tribüne eingebaut wird. Dieses Mal liegt ein kleiner Schwerpunkt auf Südafrika.

Im vorigen Jahr kamen 18.000 Besucher nach 16.000 im Jahr zuvor. „Das Festival wächst und wächst und erreicht immer mehr Menschen“, sagte Veranstalter Rick Takvorian bei der Programmvorstellung am Donnerstag. Doch mit einer Festivaldauer von fünf Wochen sei eine Grenze erreicht. „Ein Festival steht für etwa Kompaktes. Wenn man es zu sehr ausdehnt, kann es auch Schaden nehmen“, sagte Aachens Kulturdezernentin Susanne Schwier.

Ein Publikumsliebling: Die YY Dance Company wurde für das Schrittmacher-Festival 2019 gleich für vier Tage verpflichtet. Foto: Christopher Jones

Dennoch versuchen die Veranstalter, auf die Wünsche der Fans einzugehen. So wird das Wiedersehen mit Publikumslieblingen der Vorjahre wie der YY Dance Company um die Tänzerin und Choreografin Yin Yue auf mehrere Auftritte hintereinander ausgedehnt. Ein „Liebesbeweis“ an das Schrittmacher-Publikum in der deutsch-niederländisch-belgischen Grenzregion sei das.

Dieses Publikum genieße bei den Künstlern einen ganz besonderen Ruf, wie Takvorian sagte: „Es ist neugierig, schaut die Künstler mit leuchtenden Augen an und fordert sie auf: ‚Überrasche mich!’ “ Ein Wiedersehen gibt es auch mit den Kompanien Scapino Ballet, Spellbound Contemporary Ballet, NDT1 und Carolyn Carlson Dance Company. Carlson gehört wie Germaine Acogny zu den arrivierten Tänzerinnen. Die 70-Jährige Acogny gilt als Mutter des modernen afrikanischen Tanzes und will eine Brücke zwischen dem traditionellen afrikanischen und modernen westlichen Tanz schlagen.

Zum kleinen Schwerpunkt Südafrika passt die Truppe um Dada Masilo, die beim Schrittmacher-Festival 2019 in Heerlen auftritt. Foto: Stella Olivier

Als „tänzerische Neuentdeckung“ wird James Wilton aus Großbritannien angekündigt. Kennzeichen des jungen britischen Choreografen und seiner Kompanie ist nach Veranstalterangaben eine Mischung aus Athletik, asiatischer Kampfkunst, Capoeira und extrem präziser Partnerarbeit. Wiltons Konterfei in spritzendem Wasser trägt die Plakatkampagne für Schrittmacher 2019. Der Grund: In Aachen erzählt er tänzerisch die Geschichte von „Moby Dick“ – ohne reales Wasser auf der Bühne. Aber wer weiß, was im Kopf des Betrachters geschieht.

Die Truppe NDT1 tritt beim Schrittmacher-Festival 2019 erneut auf. Foto: Rahi Rezvani

Eröffnet wird das Festival von der südafrikanischen Tänzerin Dada Masilo. Sie interpretiert klassisches Ballett neu. Bei ihrem Auftritt wird sie die romantische Tragödie „Giselle“ aus ihrem klassischen Rahmen lösen, auf Südafrika übertragen und dabei Sexualität und Frauenrechte thematisieren. Interessant könnte ein Vergleich von Dada Masilo mit der Kompanie Balletto die Roma sein: Auch sie interpretiert „Giselle“ neu und lässt ein betrogenes Mädchen in der Unterwelt nach Liebe suchen.

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