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Aachen: Theater startet „Musik in der Schule”

Aachen : Theater startet „Musik in der Schule”

Da war doch tatsächlich am Freitag eine „Hornisse” in der Gemeinschaftsgrundschule Vaalserquartier in Aachen zu Besuch, aber weder von flüchtenden, verschreckten noch gestochenen Kindern konnte Schulleiterin Ute Ketteniß danach zum Glück berichten.

Stattdessen ein zufriedenes Lächeln im Gesicht der Rektorin, denn statt des Insekts hatte Berufsmusiker Michael Roberts, seines Zeichens Hornist und seit 23 Jahren Musiker des Sinfonieorchesters Aachen, den Weg in die Schule gefunden.

Er lud die rund 150 Schüler der 3. und 4. Klassen auf eine zauberhafte Zeit- und Musikreise ein.

Vom ersten Horn aus Kuhhorn, dem Namensgeber des heute zwar noch gebogenen, aber in erster Linie metallischen Instruments, demonstrierte er die Welt der Hörner-Vielfalt und erklärte, wie sie funktionieren.

Ob Posthorn, das lange Holz-Horn, das wie die großen Alphörner funktioniert, oder eine präparierte Muschel - die wissbegierigen kleinen Nachwuchsmusiker bekamen ganz schön große Augen.

„Wer von euch spielt denn auch ein Instrument?”, klar dass Roberts vor allem wissen wollte, ob er den ein oder anderen noch von seinem seit der Jugend viel geliebten Horn überzeugen könnte.

Ein eindrucksvolles Bild: Fast alle Kinder zeigen auf, und von Klavier, über Trompete bis hin zur Gitarre sind hier alle Instrumente vertreten, sogar ein Jagdhornbläser findet sich in der musikalischen Gruppe.

„Das ist ja ein richtiges Orchester”, staunt auch Theaterpädagogin Katrin Eickholt und gibt damit das richtige Stichwort, denn ab dem kommenden Schuljahr wird es eine enge Kooperation der Schule mit der Aachener Musikschule geben, wobei neben der Orchester- und Chorgründung langfristiges Ziel sein wird, den Schülern vor Ort Musikunterricht zu geben.

Ab der nächsten Spielzeit sieht das theaterpädagogische Konzept des Theaters Aachen „Musik in der Schule” vor, wobei Orchestermusiker in Grundschulen und weiterführenden Schulen bis Klasse 6 den Schülern und Schülerinnen zur Verfügung stehen.

„Dabei verfolgen die Musiker jeder für sich über ein eigenes Konzept. Manche kommen als passendes Duett oder ganze Gruppe, wie zum Beispiel die Geiger und Bratschisten, bei dem Schlagzeug geht es um eine Vielzahl von Perkussion-Instrumenten oder eben das Horn mit seiner Entwicklung von damals bis heute”, verrät Katrin Eickholt - deren Stelle als Theaterpädagogin übrigens zur Hälfte von unserer Zeitung gesponsert wird.

Den interessierten Schulen wird empfohlen, sich schon frühzeitig für das Projekt anzumelden, da die Terminplanung der Musiker einen langen Vorlauf verlangt.