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Aachen: Theater - Das Schauspiel: Othello trifft auf Iphigenie

Aachen : Theater - Das Schauspiel: Othello trifft auf Iphigenie

Zwei Uraufführungen und vier deutsche Erstaufführungen unter 14 neuen Produktionen - das Schauspielangebot bedient den Freund junger Dramatik, ohne die Klassiker zu vernachlässigen.

Goethes „Iphigenie” wird die Saison am 8. Oktober in den Kammerspielen eröffnen. Gut eine Woche später folgt Shakespeares „Othello” im Großen Haus.

Ein Auftakt, der ganz offensichtlich klarmachen soll, wo die Schauspiel-Glocken in der kommenden Spielzeit hängen, zumal mit Schillers „Don Carlos” und Frischs „Biedermann und die Brandstifter” gleich zwei Kerngrößen aus dem Lektürekanon des Deutschunterrichts auf dem Spielplan stehen.

Für Theaterpädagogin Katrin Eickholt reichlich Gelegenheit, über ihr vielfältiges Angebot (Kontakt: 0241/4784414) die Zusammenarbeit zwischen Theater und Schule weiter zu intensivieren.

Aus der theaterpädagogischen Arbeit heraus ist auch der thematische rote Faden in der kommenden Saison entstanden, wie Chefdramaturgin Heike Wintz erläuterte: „Fremdheit und Vertrautheit” als Motiv in „Mamma Medea” war zuletzt das Thema etlicher Projekte mit jugendlichen Zuschauern.

Schauspieldirektor Michael Helle verteilt die thematischen Dimensionen auf drei Spielstätten: „große Gesellschaft” im Großen Haus, deren „Innenwelt ” in den Kammerspielen, junge Literatur im Mörgens.

Groteske aus Russland

Im „Bistro Martino”, einem mitten aus dem Leben gegriffenen Stück des belgischen Autors Arne Sierens, begegnen sich fremd-vertraut die kleinen Leute auf der Suche nach dem großen Glück und tauschen ihre Gefühle aus - in deutscher Erstaufführung.

Bereits kurz nach der Moskauer Uraufführung wird ein neues Werk der russischen Brüder Wladimir und Oleg Presnjakow als deutsche Erstaufführung über die Bühne gehen.

Das Stück der beiden Europäischen Autorenpreisträger ist so frisch, dass nur ein Arbeitstitel existiert: „Fußbodenbelag” - eine Groteske, die am Rande Europas mit den Klischees russischer und westlicher Lebensweise spielt.

Eine „sprachwitzige Bearbeitung vom legendären ,Raub der Persephone” verspricht das Theater mit der deutschen Erstaufführung von „Kolostrum” des niederländischen Autors Peer Wittenbols. Darin geht es um zutiefst menschliche Streitereien im Götterkreis um Zeus & Co.

Als szenische Uraufführung kommt Joseph Conrads Erzählung „Ein Vorposten des Fortschritts” daher, Weltpremiere hat auch „Im Hotel Occidental” des in Aachen einschlägig bekannten Duos Gregor Schwellenbach und Marcel Bugiel. Diesmal widmen sie sich einer Episode aus Kafkas Roman „Amerika”.

Das Weihnachtsmärchen heißt „Die verzauberten Brüder” von Jewgeni Schwarz, in Szene gesetzt wird es von Silvana Kraka und Barbara Schonhard, die vorletztes Jahr mit dem „Lebkuchenmann” den Knüller fürs kleine Publikum geliefert hatten.