1. Kultur

Theater Aachen: Neue Wege im 3. Kammerkonzert

Crossover : Neue Wege im 3. Kammerkonzert

Wie gewohnt war das Spiegelfoyer des Aachener Theaters beim Kammerkonzert voll besetzt. Diesmal war Experimentierfreude angesagt. Begeisterter Beifall der Klassikfreunde.

Neue Wege beschritt man im 3. Kammerkonzert im wie gewohnt voll besetzten Spiegelfoyer des Aachener Theaters. Der Klarinettist David Kindt und sein Kollege auf der Posaune, Saman Maroofi, beide Mitglieder des Aachener Sinfonieorchesters, füllten zusammen mit dem Pianisten Gero Körner den zweiten Teil des Programms mit Einblicken in eine Crossover-Szene, die den Namen verdient. Elemente aus Klassik, Jazz und Weltmusik verbanden sich, teils auskomponiert, teils improvisiert, zu schwer definierbaren Klangereignissen, die in ihrer Vitalität und CroCro auch eingefleischte Klassikfreunde zu begeistern schienen.

Mit dem Pianisten Gero Körner war zudem ein Musiker am Werk, der sich mit Haut und Haaren derartigen Grenzüberschreitungen verschrieben hat und eine eigene Komposition beisteuerte, die in ihrer Zartheit an eine Liebeserklärung erinnerte und die beiden Bläser zu einem kantablen Dialog motivierte.

Erheblich virtuoser und härter ging es danach in der „Worlds Beyond Suite“ für Klarinette, Bassposaune und Klavier des Schweizers Daniel Schnyder zu. Die spieltechnischen, aber auch rhythmischen Anforderungen des anspruchsvollen Werks meisterten die Aachener Musiker nicht nur souverän, sondern auch mit hörbarem Vergnügen.

Auch wenn es im ersten Programmblock „klassischer“ zuging, hielten der Cellist Daniel Wenzel und seine Partnerin am Klavier, Susanna Amirkhanyan, einige Überraschungen für das Publikum bereit. So mit der wenig bekannten Suite für Violoncello und Klavier „Pohádka“ des mährischen Meisters Leoš Janácek. Eine klingende Liebesgeschichte mit einem filigranen, von der Pianistin recht robust angeschlagenen Klavierpart und einem emotional bewegten Cellopart.

Übertroffen wurde der Vortrag noch von Dmitri Schostakowitschs einziger Cellosonate op. 40, einem Herzstück des moderneren Cellorepertoires, das noch eine starke Bodenhaftung zur romantischen Tradition aufweist, in dem der unter stalinistischem Druck stehende Komponist dennoch seiner inneren Verfassung eine eindringliche Stimme gibt. Vor allem im zeit- und weltentrückten Adagio. Merkmale, die Daniel Wenzel und Susanna Amirkhanyan rundum überzeugend zum Klingen brachten.

Begeisterter Beifall für alle Beteiligten.

Das 3. Kammerkonzert wird am Montagabend, 8. April, um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.