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Stolberg: The Notwist in Stolberg: Schrammel, Techno und Geknarze

Stolberg : The Notwist in Stolberg: Schrammel, Techno und Geknarze

Aus dem beschaulichen bayrischen Städtchen Weilheim in die weite Welt— ein goldenes Händchen für herzerwärmende Melodien und mitreißende Soundtüfteleien hat den Brüdern Markus und Micha Acher samt ihrer Band The Notwist in den vergangenen 25 Jahren nahezu globale Aufmerksamkeit beschert.

Am Freitag hat Deutschlands Vorzeigeband in Sachen Indie-Electronica mit einem intensiven Zwei-Stunden-Konzert im Zinkhütter Hof zu Stolberg ein definitives Highlight beim Kulturfestival der Städteregion gesetzt.

Dabei gab es für eingefleischte Fans erst einmal einen mittleren Schockmoment zu verdauen. Fehlte doch auf der Bühne Martin „Console“ Gretschmann, der mit seinen wegweisenden Elektronikcollagen den Sound von The Notwist seit den späten 90er Jahren mitgeprägt hatte. Gretschmann wandelt mittlerweile auf Solo-Pfaden, den Abgang kompensieren die Acher-Brüder derweil höchst selbst. Dank aufgestockter Besetzung als Sextett hat vor allem die Frontgestalt Markus Acher zwischen den Gesangsparts viel Zeit, um sich an Synthesizer, Mischpult und Drumpads auszutoben.

So steuerte der wortkarge Mittvierziger das Notwist-Boot durch einen fein choreographierten Parforceritt quer durch alle Schaffensphasen und Soundvorlieben der Band. Von schrammeligen Gitarrenrock-Songs über stampfende Techno-Nummern bis hin zu den für The Notwist zum Charakterzug gewordenen Knarz- und Knack-Teppichen war alles vertreten, um die gut 700 Besucher im lange vorab ausverkauften Zinkhütter Hof in helle Begeisterung zu versetzen. Unter dem gewaltigen Jubel der Zuschauer gab es am Ende zwei Zugaben-Blöcke.