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Köln: Tatverdächtige im Kölner „Mord ohne Leiche” bleiben in Haft

Köln : Tatverdächtige im Kölner „Mord ohne Leiche” bleiben in Haft

Im Fall einer in Köln vermissten und wahrscheinlich ermordeten Frau von den Philippinen hat das Oberlandesgericht Köln die Fortdauer der Untersuchungshaft gegen drei Tatverdächtige angeordnet.

Es bestehe weiter in hohem Maße Tatverdacht gegen den Ehemann der Frau, seine Schwester und deren Ehemann, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss des 2. Strafsenats (Az. 2 Ws 229/08).

Der Ehemann hatte das mutmaßliche Opfer Ende 1999 bei einem Urlaub auf den Philippinen kennengelernt und ein Jahr später geheiratet. Das Paar zog nach Köln und trennte sich im Jahr 2005. Es folgte ein erbitterter Sorgerechtsstreit um den gemeinsamen, inzwischen sechs Jahre alten Sohn.

Seit dem 18. April vergangenen Jahres fehlt von der damals 33-jährigen Frau jede Spur. Eine intensive Suche nach der Leiche blieb bislang erfolglos. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau vom Ehemann und seinen Verwandten ermordet wurde, um so an das Sorgerecht für das Kind zu kommen.

Anschließen habe man die Leiche verschwinden lassen. Die Anwälte der seit November 2007 in Untersuchungshaft sitzenden Tatverdächtigen bestreiten das. Nach Überzeugung des 2. Strafsenats spricht mehr als ein Jahr nach dem spurlosen Verschwinden des Tatopfers alles für ein Tötungsdelikt. Es sei kein vernünftiger Grund dafür ersichtlich, dass die Mutter unter Zurücklassung ihres Kindes freiwillig untergetaucht sein könnte.

Zudem sprächen eine Reihe von Indizien, die unter anderem aus einer Handyortung und Gesprächsüberwachungen gewonnen wurden, für den Tatverdacht. Das Hauptverfahren gegen die drei Tatverdächtigen ist noch nicht eröffnet.