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Braunschweig: Tanz und Akrobatik: Breakdance-Kunst beim „Battle of the Year”

Braunschweig : Tanz und Akrobatik: Breakdance-Kunst beim „Battle of the Year”

Akrobatik in der Luft, imposante Drehungen auf dem Kopf und den Schultern und dazu dröhnende Musik, deren Bässe durch den ganzen Körper vibrieren: Breakdance ist keine Sportart, sondern ein Tanz, der den Akteuren vieles abverlangt.

„Powermoves”, „Head Spin”, „Electric Boogie” und „Ninetee” heißen einige der Elemente. Beim 19. „Battle of the Year”, der „Schlacht des Jahres” in Braunschweig, haben 19 Gruppen aus aller Welt am Samstag ihre Kultur mit ihren Shows vorgestellt.

Während draußen vor der Volkswagen Halle hunderte Fans auf Einlass warten, machen sich die Tänzer bereits in den Gängen warm. Auf dem nackten und kalten Betonboden drehen sie sich, springen hoch, üben Schrittkombinationen und besprechen letzte Details.

Es gibt keine festen Regeln, jede Gruppe entwickelt ihren Tanz mit eigener Kreativität und Fantasie. „Für mich ist wichtig, dass wir viel Spaß haben und eine gute Show abliefern”, sagt Toby von der deutschen Gruppe „TNT Crew”. Umringt von Kameraleuten und Fotografen probt das Team noch einmal seinen Auftritt.

Gleich daneben posieren die B-Boys der niederländischen „Groove Kingz” für einen Fernsehsender. „Wir sind zum ersten Mal beim Battle dabei”, sagt Blade. Doch in Frankreich, England und seinem Heimatland hätten sie schon oft Shows gehabt. „Wir haben die Energie, wir wollen gewinnen”, sagt der 28-Jährige.

Immer mehr Fans stürmen in die Halle. Die Klamottenstände sind umlagert, die Besucher drängen sich vor T-Shirts und Mützen aller Art. Denn ein Basecap, eine Strickmütze oder eine andere ausgefallene Kopfbedeckung ist beim Styling einfach Pflicht. „Es ist einfach geil hier”, bringt es Adin auf den Punkt. Seit sechs Jahren kommt der Düsseldorfer mit seinem Kumpels zum Battle. Besonders interessiert ihn die deutsche Gruppe: „Wir trainieren mit TNT, ich bin gespannt, wie die Show wird”, sagt er.

Kurz bevor der Wettkampf startet, schauen sich die Tänzer von „La Halla King Zoo” aus Marokko die Bühne an. „Wir fühlen uns heute zum ersten Mal wie richtige Künstler”, sagt Anass stolz. Und das nicht ohne Grund: Nie zuvor war ein afrikanisches Land beim Battle dabei. Deshalb freuen sich die B-Boys, Marokko zu präsentieren.

Ihr Land und ihre Kultur tänzerisch vorstellen - das ist ein Ziel der Tänzer. Eine Jury bewertet, wie originell die einzelnen Figuren sind und wie gut Choreographie und Musik zusammenpassen. Doch auch die Völkerverständigung spielt in Braunschweig eine entscheidende Rolle. „Die Teilnehmer lernen sich kennen und tauschen sich aus, genau das ist uns wichtig”, sagt der Sprecher der Veranstaltung, Mario Roth. Deshalb seien die Teams auch fast alle zusammen untergebracht.

Die rund 8000 Zuschauer feiern die Tänzer auf der Bühne. Eine Gage erhalten die Teilnehmer nicht, auch das Preisgeld ist mit 2500 Euro eher gering. Den Battle 2008 gewinnt die Crew „Top 9” aus Russland. Doch das Miteinander ist für die B-Boys das Entscheidende. Egal, wie eng es auf den Gängen in der Halle ist, Platz zum Breakdance gibt es für alle.