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Aachen: Tabu-Bruch für daheim: Cartoons des Wettbewerbs

Aachen : Tabu-Bruch für daheim: Cartoons des Wettbewerbs

Eine vollbusige Dame mit einer blutigen Kettensäge in der Hand, neben ihr im Bett sitzt Hitler, der einen Kardinalshut auf dem Kopf trägt. Als Familienfoto im Hintergrund ist der Prophet Mohammed zu sehen.

Dieser Cartoon von Steffen Gumpert ? zum Selberzensieren ist darunter ein schwarzer Marker abgebildet ? hat es in sich. Und nicht nur er.

163 Künstler haben 470 Arbeiten aus der ganzen Welt eingeschickt, um an dem Cartoonwettbewerb „Zensur” teilzunehmen, den der Kreis Aachen, der Zeitungsverlag, das Kunst- und Kulturzentrum Monschau (KuK) und der Landschaftsverband Rheinland in diesem Jahr ausgelobt hatten.

Es gibt wohl kein Tabu, das die Cartoonisten dabei nicht spitzfindig, bissig, bisweilen zynisch, in jedem Fall aber urkomisch, unter die Lupe genommen haben.

Tausende Menschen haben die Ausstellungen mit den 70 besten Zeichnungen im KuK und im Aachener Zeitungsmuseum mit der ein oder anderen Lachträne im Augenwinkel gesehen. Nun sind die satirischen Werke von den Wänden genommen worden und stehen zum Verkauf, ebenso wie der farbige Katalog zur Ausstellung (11,50 Euro).

Wer noch ein einzigartiges Weihnachtsgeschenk sucht, mit dem er zudem etwas für einen guten Zweck tut, sollte sich zum Zeitungsmuseum Aachen in der Pontstraße oder zum Kunst- und Kulturzentrum in Monschau, Austraße 9, aufmachen. Dort warten ab Samstag, 1. Dezember, die Arbeiten auf humorvolle Käufer. 30 bis 50 Euro kostet ein Original, mit dessen Erlös Kunstprojekte an Schulen im Kreis Aachen gefördert werden.