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Würselen: Südliches Flair für die Open-Air-Arena

Würselen : Südliches Flair für die Open-Air-Arena

Einen zweifachen Abschied gab es auf Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg.

Mit der „Italienischen Nacht” des Sinfonieorchesters Aachen unter Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch klangen sowohl die Spielzeit als auch der „Klassiksommer” auf der Freilichtbühne aus. Organisator Hans-Günter Leuchter und seine Mitstreiterin Beate Lott-Ehlen hatten allen Grund zur Freude: Mit rund 800 besetzten Plätzen war die Arena restlos ausverkauft.

Mit der Ouvertüre zu Verdis Oper „La forza del destino” erlebte das Konzert in lockerer Atmosphäre einen Auftakt nach Maß. Maestro Bosch, der im ersten Teil auch einen launigen Conférencier gab, und die sommerlich erfrischend aufspielenden Instrumentalisten ließen nichts an Dynamik vermissen und begeisterten sowohl durch Klang-Motorik als auch durch Lyrismen.

Zum menschlich tief berührenden Ereignis wurde die „Nacht” auf Wilhelmstein aber auch und vor allem durch die Kunst der Sopranistin Lisa Graf. Wieder war es ein Werk von Verdi, mit dem die in Aachen engagierte US-Amerikanerin die Herzen des Publikums ansprach: „Ave Maria”, die Arie der Desdemona aus „Otello”, entfaltete die ganze betörende Magie der Töne.

In nicht minderem Maße leuchtete Grafs Stimmkunst in „Vissi d´arte” aus Puccinis „Tosca”, die die Sängerin mit duftiger Süße und breit dahin strömend interpretierte.

Mit Mendelssohns Italienischer Symphonie schlug dann die Stunde des Orchesters und seines Dirigenten. Spritzig wie Spumante im Glas perlten die ersten Töne des einleitenden Satzes, um dann in einen weiteren Bogen einzuschwenken. „Con moto moderato” rückte dann diese vitale Interpretation auf eine ebenso atmend-bewegte wie poetische Ebene.

Mit brausendem Beifall dankten die Zuhörer allen beteiligten Solisten, GMD und Orchester. Mit der Arie „O mio babbino caro” aus Puccinis „Gianni Schicchi” versprühte zudem Lisa Graf noch einmal ihr intensives künstlerisches Charisma.