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Düsseldorf: Stiftungs-Boom trotz Börsenschwäche

Düsseldorf : Stiftungs-Boom trotz Börsenschwäche

Trotz Rezession und Börsenschwäche verzeichnet Deutschland nach Angaben von Ulrich Brömmling, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen mit Sitz in Berlin, nach wie vor einen Stiftungsboom.

Allerdings seien die Erträge der bundesweit über 11.300 Stiftungen mit ihrem geschätzten Vermögen von 60 Milliarden Euro „enorm gesunken”.

Gerade Nordrhein-Westfalen stehe jedoch sehr gut da, sagte Ulrich Brömmling. „Seit 1996 ist NRW klar vorne.”

Mit insgesamt 2027 der Ende 2002 gezählten Stiftungen liege NRW im „Ranking” der Bundesländer inzwischen hinter Bayern mit 2081 an zweiter Stelle. „Dann kommt lange nichts.”

Im vergangenen Jahr belegte NRW mit 182 Stiftungserrichtungen zu 176 in 2001 sogar einen „Spitzenplatz” - als einziges Bundesland neben Rheinland-Pfalz mit „nennenswerten Zuwachsraten”, so der Experte.

„Spitze” ist das „wirtschaftlich potente und wohlhabende” Nordrhein-Westfalen nach Einschätzung von Brömmling auch im Hinblick auf die Höhe des Startkapitals von Stiftungen.

Nur durch die rund 150-Millionen-Stiftung des Kölner Schokoladenfabrikanten Hans Imhoff im Jahr 2001 übertroffen, sei die kürzliche Gründung der „Werner-Jackstädt-Stiftung” so ein „spektakulärer Fall”.

Der 78-jährige Wuppertaler Unternehmer hatte „seine” gemeinnützige Stiftung für Medizin, Wissenschaft und Wuppertaler Kultur in der vergangenen Woche mit 100 Millionen Euro ausgestattet.

Bundesweit sind nur rund 19 Prozent der Stiftungen mit einem Kapital zwischen 500.000 und 2,5 Millionen Euro ausgestattet - gut 10 Prozent dagegen mit nur 50.000 Euro.

50.000 Euro sind das Minimum, um eine Stiftung in den Bereichen Soziales, Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Umwelt- und Naturschutz oder Denkmalpflege zu errichten.

„Das Bewusstsein zur Stiftungsgründung als sinnvollem Tun für die Gesellschaft und ihr Gemeinwohl ist da”, stellte Brömmling fest.